Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft IWF senkt Wachstumsprognose für Griechenland
Nachrichten Wirtschaft IWF senkt Wachstumsprognose für Griechenland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:46 18.04.2018
Für 2018 setzte der IWF noch im vergangenen Herbst ein Plus von 2,6 Prozent an. Jetzt erwarten die Volkswirte des Fonds nur noch zwei Prozent. Quelle: dpa
Anzeige
Athen

Der griechische Premier Alexis Tsipras war in bester Laune, als er am Dienstag auf Kastellorizo, Griechenlands östlichster Insel, eine Meerwasser-Entsalzungsanlage einweihte. Selbst solche Termine nimmt Tsipras derzeit gern wahr, um zu demonstrieren, dass es wieder aufwärts geht in Griechenland.

Ab August will Athen von Hilfskrediten unabhängig sein. Der Ausstieg aus dem entbehrungsreichen Spar- und Reformprogramm sei „so klar wie der Himmel über Kastellorizo“, schwärmte der Premier. Doch nur wenige Stunden später veröffentlichte der IWF in Washington seine jüngsten Konjunkturprognosen. Und damit zogen dunkle Wolken auf.

Der IWF rechnet mit weiteren Rückgängen beim Wachstum

Schon im vergangenen Jahr entwickelte sich die griechische Wirtschaft schwächer als erwartet. Ein Wachstum von 2,7 Prozent hatte die Regierung ursprünglich angesetzt, tatsächlich legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach vorläufigen Berechnungen aber nur 1,4 Prozent zu. Für 2018 setzte der IWF noch im vergangenen Herbst ein Plus von 2,6 Prozent an. Jetzt erwarten die Volkswirte des Fonds nur noch zwei Prozent. 2019 rechnet der IWF mit einer weiteren Abschwächung auf 1,8 Prozent.

Der Fonds ist damit zu Griechenland deutlich pessimistischer als die EU-Kommission, die in ihrer Winterprognose vom Februar 2018 für dieses und das kommende Jahr jeweils ein Wachstum von 2,5 Prozent annimmt.

Die IWF-Prognose wird auch die Debatte über Schuldenerleichterungen für Griechenland beeinflussen. Denn je schwächer das Wirtschaftswachstum ausfällt, desto mühsamer wird es für das Land, den Schuldenberg abzutragen.

Das Thema beschäftigt an diesem Freitag das informelle Treffen der so genannten Washington-Gruppe am Rand der IWF-Frühjahrstagung in der amerikanischen Hauptstadt. Zu dem Kreis gehören unter anderem die Finanzminister der vier größten Euro-Staaten, IWF-Chefin Christine Lagarde und der Chef des Euro-Stabilitätsfonds ESM, Klaus Regling.

Gläubiger könnten bei der Privatisierung Druck machen

Der IWF hat sich bisher nicht finanziell am dritten Griechenland-Rettungspaket beteiligt, könnte aber kurz vor Schluss des Programms doch noch einsteigen – sofern die Europäer mit Erleichterungen dafür sorgen, dass die Schuldenlast Griechenlands tragbar wird. Eine Entscheidung über Schuldenerleichterungen muss in den nächsten zwei Monaten fallen.

Vor dem Hintergrund der pessimistischen Wachstumsschätzungen des IWF wird die Frage nicht leichter. Und auch die Situation von Premier Tsipras dürfte schwieriger werden: Der Währungsfonds und die anderen Gläubiger werden ihn drängen, bei Strukturreformen und Privatisierungen mehr Tempo zu machen. Denn sie gelten als Schlüssel für neue Investitionen und mehr Wachstum.

Von Gerd Höhler/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Erneut werden die Behörden im Abgasskandal aktiv. Diesmal trifft es Porsche. Der Sportwagenhersteller steht im Verdacht, die Abgasreinigung bei Dieselautos manipuliert zu haben. Unter den Beschuldigten soll auch ein ranghoher Manager sein.

18.04.2018

Die Kaffeekette Starbucks will, dass ihre Mitarbeiter an einem Anti-Rassismus-Training teilnehmen. An einem Nachmittag sollen deshalb mehr als 8000 Filialen in den USA geschlossen bleiben. Hintergrund ist ein Vorfall in Philadelphia.

18.04.2018

In der Nacht zu Mittwoch haben Arbeitgeber und Gewerkschaften einen Durchbruch im Tarifstreit erzielt. Was sich für die Beschäftigten im Detail ändert, lesen Sie hier.

02.05.2018
Anzeige