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Wirtschaft IG Metall startet bundesweite Warnstreiks
Nachrichten Wirtschaft IG Metall startet bundesweite Warnstreiks
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14:51 08.01.2018
Mitarbeiter der Porsche AG streiken in Stuttgart. Quelle: dpa
Stuttgart

Vor dem Start der dritten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie sind bundesweit Tausende Beschäftigte in Warnstreiks getreten. Am heftigsten traf es bisher das Porsche-Werk in Stuttgart. Dort legten mehr als 3000 Mitarbeiter am Morgen ihre Arbeit nieder.

In Brandenburg versammelten sich rund 300 Bombardier-Beschäftigte vor dem Werkstor in Hennigsdorf (Oberhavel), wie die IG Metall mitteilte. Auch Mitarbeiter des Berliner Aufzugbauer Otis in Tegel traten in den Warnstreik. Im niedersächsischen Friesoythe im Landkreis Cloppenburg streikten mehr als 200 Beschäftigte der Firma Leoni Special Cables. Beim Automobilzulieferer Mahle im hessischen Wölfersheim legten nach Gewerkschaftsangaben etwa 120 Mitarbeiter ihre Arbeit nieder.

In den kommenden Tagen will die IG Metall den Druck erhöhen und die Aktionen ausweiten, bevor dann am Donnerstag Baden-Württemberg den Auftakt zur dritten Verhandlungsrunde macht. „Wenn sich am Donnerstag am Verhandlungstisch nichts tut, dann werden die Arbeitgeber schnell spüren, wie sauer ihre Belegschaften sind“, wurde Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück zitiert. Nicht die Arbeitgeber hätten die hohen Gewinne erwirtschaftet, sondern die Beschäftigten.

Die IG Metall fordert 6 Prozent mehr Geld und für alle 3,9 Millionen Beschäftigten die Option, ihre Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden senken zu können. Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren – was die Arbeitgeber kategorisch ablehnen.

Die Arbeitgeber bezeichnen die Forderung als unrechtmäßig, weil daraus Ungleichbehandlungen gegenüber Mitarbeitern entstünden, die jetzt schon ohne Ausgleich in Teilzeit arbeiten. Sie berufen sich auf ein arbeitsrechtliches Gutachten, das diese Sichtweise stützt. Das Angebot, das die Arbeitgeber der IG Metall gemacht haben, sieht Lohnzuwächse von 2 Prozent plus eine Einmalzahlung vor. Zudem verlangen sie eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten nach oben.

Der Chef der IG Metall im Südwesten, Roman Zitzelsberger, hatte die Vorgehensweise der Arbeitgeber am Wochenende als Nebelkerze bezeichnet. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall hingegen nannte es „bemüht und hilflos“, wie die Gewerkschaft versuche, die mögliche Rechtswidrigkeit der eigenen Forderung kleinzureden.

Von dpa/RND/ang