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Wirtschaft IG Metall ruft erstmals zu 24-Stunden-Warnstreik auf
Nachrichten Wirtschaft IG Metall ruft erstmals zu 24-Stunden-Warnstreik auf
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14:35 27.01.2018
Die Arbeitnehmer der Metall- und Elektroindustrie haben große Hoffnungen in die Tarifverhandlungen zwischen IG Metall und den Arbeitgebern gesetzt – nach dem Verhandlungsabbruch drohen nun ganztägige Warnstreiks. Quelle: IG Metall
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Stuttgart

Der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland stehen erstmals 24-Stunden-Warnstreiks bevor. Sie sollen von Mittwoch bis Freitag in bundesweit rund 250 Betrieben stattfinden. Arbeitgeber und IG Metall brachen ihre Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag am Samstagvormittag in Stuttgart nach rund 16 Stunden ohne Ergebnis ab. Unmittelbar darauf nahm der Vorstand der Gewerkschaft Beratungen darüber auf, ob er zu dem neuen Instrument der ganztägigen Warnstreiks aufrufen soll. Diese könnten dann Mitte kommender Woche allein in Baden-Württemberg in rund 70 Betrieben beginnen, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger.

„Streiks führen zu einem internationalen Reputationsschaden“

Die Arbeitgeber betonten, die Forderungen der Gewerkschaft seien am Schluss inakzeptabel und unerfüllbar gewesen. „Ich bin wirklich fassungslos“, sagte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf und warnte die IG Metall davor, die Warnstreiks zu verschärfen. „Wenn sie massiv in diese Streiks geht, wird es international zu einem schweren Reputationsschaden führen für unsere Industrie“, sagte er. Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger kündigte in einer Mitteilung Klagen der einzelnen Arbeitgeberverbände gegen die aus ihrer Sicht rechtswidrigen Arbeitsniederlegungen an. Sie würden am Montag eingereicht.

Zitzelsberger warf den Arbeitgebern unterdessen vor, sich immer wieder nur ein Stückchen vor und dann wieder zurückbewegt zu haben. Am Morgen habe er Wolf dann in einem Vier-Augen-Gespräch Bedingungen für eine Einigung genannt. „Und wir haben der Arbeitgeberseite auch erklärt: Es gibt jetzt dazu keine Kompromisslinien mehr. Sondern es gibt jetzt dazu die klare Ansage: Das geht jetzt entweder oder es geht nicht“, sagte Zitzelsberger.

Gewerkschaft fordert mehr Geld und weniger Arbeit

Neben deutlich mehr Geld für die Beschäftigten hatte die Gewerkschaft ursprünglich verlangt, dass die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ihre Arbeitszeit für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Einige Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollten dafür einen Teil-Ausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber abgelehnt hatten. Zuletzt lag ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch, wonach die Beschäftigten keinen finanziellen Ausgleich, sondern stattdessen als Kompensation des fehlenden Lohns zusätzliche Freizeit hätten bekommen sollen.

Deutschland blickt auf Baden-Württemberg

Die Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie werden für jeden der sieben Tarifbezirke einzeln ausgehandelt. Die Ergebnisse in Baden-Württemberg hätten aber wegweisend für ganz Deutschland werden sollen. Zu den Verhandlungen in Stuttgart waren alle wichtigen Funktionäre und Spitzenvertreter der beiden Verbände IG Metall und Gesamtmetall angereist.

Bevor die Gewerkschaft zu den 24-Stunden-Warnstreiks aufruft, muss sie die Beschäftigten in jedem betroffenen Betrieb darüber abstimmen lassen. Das könnte in Baden-Württemberg bereits am Montag und Dienstag passieren. Sie könnte sich auch dazu entschließen, direkt zu Urabstimmungen über flächendeckende Streiks in einzelnen Regionen aufzurufen. Dazu muss der Vorstand die Verhandlungen vorher formell für gescheitert erklären.

Von RND/dpa

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