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Wirtschaft Griechenland meldet kräftiges Wirtschaftswachstum
Nachrichten Wirtschaft Griechenland meldet kräftiges Wirtschaftswachstum
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16:52 04.06.2018
Griechenlands Plus fiel in den ersten drei Monaten doppelt so hoch aus wie im Schnitt der Eurozone. . Quelle: dpa
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Griechenlands Wirtschaft holt auf. Nach den am Montag veröffentlichten Zahlen des staatlichen Statistikamtes Elstat legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Vierteljahr 2018 gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent zu. Im Vergleich zum vierten Quartal 2017, als das Wachstum noch 0,2 Prozent erreichte, hat die griechische Wirtschaft damit deutlich an Dynamik gewonnen. Das Plus fiel in den ersten drei Monaten doppelt so hoch aus wie im Schnitt der Eurozone. Gegenüber dem ersten Quartal 2017 betrug der Zuwachs des BIP 2,3 Prozent.

Das sind gute Nachrichten für den griechischen Premier Alexis Tsipras. Die jüngsten Wachstumszahlen passen in seinen Plan von einem „sauberen Ausstieg“ aus dem Anpassungsprogramm. Im August laufen die Hilfszahlungen an Griechenland aus. Nachdem Griechenland mehr als acht Jahre lang mit internationalen Krediten über Wasser gehalten wurde, soll sich das Land dann wieder eigenständig am Kapitalmarkt refinanzieren.

Kaufkraft ist rückläufig, Bargeld gibt es wieder mehr

Umso willkommener dürften der Regierung die am Montag veröffentlichten Wachstumszahlen sein. Die griechische Wirtschaft hat nun bereits im fünften Quartal in Folge zugelegt und damit die Rezession, die im Herbst 2008 begann, ein gutes Stück hinter sich gelassen.

Für die Griechen selbst macht sich der positive Trend in der Wirtschaft vor allem am Bankautomaten bemerkbar: Die Regierung hat die Bargeldbeschränkung gelockert. Dadurch darf jeder Bürger monatlich wieder bis zu 5000 Euro abheben, seit der Schuldenkrise 2015 galt eine Beschränkung von 2300 Euro monatlich pro Kopf.

Das Plus betrifft nicht alle Finanzsektoren

Allerdings sind die am Montag veröffentlichten Daten nicht durchweg erfreulich. Das unerwartet starke Plus des BIP geht vor allem auf das Konto der Exporte von Gütern und Dienstleistungen. Sie stiegen im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent. Andere Zahlen sind enttäuschend. So ging der private Verbrauch im Jahresvergleich um 0,3 Prozent zurück. Beobachter führen den Rückgang auf die wachsende Steuerbelastung und die zurückgehende Kaufkraft der privaten Haushalte zurück.

Investoren warten zunächst ab

Noch unbefriedigender als der Konsum entwickelten sich die Investitionen. Sie gingen im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 10,4 Prozent und im Jahresvergleich sogar um 28,1 Prozent zurück. Die enttäuschende Entwicklung der Investitionen zeigt: Griechenlands Aufschwung fehlt es noch an Tiefe und Nachhaltigkeit.

Als größte Investitionshemmnisse in Griechenland gelten hohe Besteuerung, mangelnde Rechtssicherheit und Korruption. Nach Meinung von Analysten spiegeln die schwachen Investitionen auch eine in der Wirtschaft weit verbreitete Ungewissheit vor dem Ende des Hilfsprogramms. Viele in- und ausländische Investoren warten offenbar erst einmal ab, ob der Ausstieg wirklich so reibungslos verläuft, wie es Premier Tsipras seinen Landsleuten verspricht.

Von Gerd Höhler/RND/lf

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