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Wirtschaft Gleichstellung von Frauen dauert noch 170 Jahre
Nachrichten Wirtschaft Gleichstellung von Frauen dauert noch 170 Jahre
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20:10 26.10.2016
Der Weg bis zur Gleichstellung von Männern und Frauen ist lang – und er wird immer länger. Forscher schätzen, dass es noch bis zum Jahr 2186 dauern wird, bevor sich die Schere schließt. Quelle: dpa
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Davos/Berlin

Die Gleichstellung von Frauen und Männern bleibt weltweit noch für lange Zeit eine Vision. Nach dem jüngsten Gleichstellungsbericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) hat sich die ökonomische Kluft zwischen den Geschlechtern zuletzt sogar wieder weiter geöffnet.

Gleichstellung nicht vor 2186

War das WEF noch im vorigen Jahr davon ausgegangen, dass es bis zum Jahr 2133 dauern könnte, die Schere zu schließen, gehen die Experten jetzt von einem Zeitraum von 170 Jahren aus, also bis 2186.

Das WEF untersucht einmal jährlich, wie es um die Chancen von Frauen im Vergleich zu Männern bestellt ist – zugrundegelegt werden vier Kategorien: Gesundheit und Lebenserwartung, Bildung, Teilhabe an politischen Ämtern sowie Einkommen und Vertretung im Management.

Die ökonomische Kluft wird vom WEF mit 59 Prozent beziffert, so schlecht wie seit 2008 nicht mehr. Den Rückschritt erklären die Experten unter anderem damit, dass Frauen weltweit weiterhin zum Teil deutlich weniger verdienen als Männer. „Die Zahl von Frauen in Führungspositionen bleibt ebenfalls hartnäckig gering.“

Deutschland rutscht von Platz 5 auf Platz 13

Deutschland fiel im WEF-Ranking von 2006 bis 2016 von Platz 5 auf Platz 13 zurück. Diesen belegt inzwischen Ruanda. Angeführt wird die Liste von Island, es folgen Finnland, Norwegen und Schweden. Die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA, rangiert abgeschlagen auf Platz 45 unter insgesamt 144 Ländern.

Dennoch heiß es in der Studie: Ähnlich wie in anderen hoch entwickelten Ländern sei Deutschland dabei, die Kluft beim Einkommen voll zu schließen.

Das langsame Tempo beim Aufholprozess stellt aus Sicht der WEF-Experten ein großes wirtschaftliches Risiko dar – vor allem weil viele Jobs, die vorrangig von Frauen besetzt sind, überdurchschnittlich von den Verwerfungen des Internetzeitalters bedroht seien.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte: „Die weltweite Diskriminierung von Frauen in Gesellschaft und Wirtschaft ist nicht nur alarmierend, sondern schlicht unerträglich.“ Frauen seien derzeit die Verliererinnen der Globalisierung, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Harnack einer Mitteilung zufolge. Zur nötigen globalen Gleichstellungsdebatte müsse Deutschland im kommenden Jahr mit seiner G20-Präsidentschaft einen wichtigen Beitrag leisten.

In diesen zehn Ländern steht es um Frauen besser als in Deutschland. Seit dem letztem Ranking, im Jahr 2006, ist die Bundesrepublik von Platz 5 auf Platz 13 gerutscht. Quelle: Global Gender Gap Report 2016

Von RND/dpa

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