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Wirtschaft Gabriel greift die Deutsche Bank an
Nachrichten Wirtschaft Gabriel greift die Deutsche Bank an
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15:46 03.10.2016
Für die aktuellen Probleme der Deutschen Bank macht Vizekanzler Gabriel frühere Fehler des Managements verantwortlich. Quelle: dpa
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Teheran/Frankfurt

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die angeschlagene Deutsche Bank scharf angegriffen. „Ich wusste nicht, ob ich lachen oder wütend sein soll, dass die Bank, die das Spekulantentum zum Geschäftsmodell gemacht hat, sich jetzt zum Opfer von Spekulanten erklärt“, sagte der SPD-Chef und Vizekanzler während seiner Reise in den Iran.

Gabriel macht Bank-Manager verantwortlich

Er mache sich Sorgen um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter, sagte Gabriel weiter. „Das Szenario ist, dass Tausende Menschen ihre Arbeit verlieren werden. Sie tragen jetzt die Verantwortung für den Wahnsinn, der betrieben wurde von verantwortungslosen Managern.“ Menschen, die bei der Deutschen Bank beschäftigt sind.“ Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte Spekulanten für den Absturz des Börsenkurses verantwortlich gemacht. Sie wollten das Vertrauen in das Institut schwächen.

Die Folgen der Niedrigzinsen und die immer strengeren Regeln der Aufsichtsbehörden lasten schwer auf den Geschäften des Instituts. Immer neue Spekulationen um Kapitallücken und mögliche Staatshilfen haben die Aktien in den vergangenen Wochen auf Talfahrt geschickt. Am Freitag war der Kurs erstmals unter die Marke von 10 Euro gesunken.

Auslöser für die große Nervosität ist die Drohung der US-Justiz, der Bank für Vergehen mit Hypothekenpapieren eine Strafe von 14 Milliarden US-Dollar aufzubrummen. Zum Stand der Verhandlungen mit den Behörden über die tatsächliche Höhe eines möglichen Vergleichs wollte sich ein Unternehmenssprecher am Montag nicht äußern.

Dax-Vorstände sorgen sich um die Deutsche Bank

Die prekäre Lage beim deutschen Branchenprimus hat auch mehrere Dax-Vorstände auf den Plan gerufen. Besorgte Topmanager wie Siemens-Chef Joe Kaeser, Eon-Chef Johannes Teyssen und RWE-Chef Peter Terium betonten in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ die Bedeutung des Geldhauses für die deutsche Wirtschaft. „Die deutsche Industrie braucht eine Deutsche Bank, die uns in die Welt hinaus begleitet“, sagte der BASF-Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Hambrecht. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte: „Starke deutsche Banken sind wichtig für eine starke deutsche Wirtschaft. Diese Verbindung ist eng. Und das wird so bleiben.“

Der Präsident der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, wollte die Situation bei der Deutschen Bank nicht kommentieren. Er sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ aber: „Ich warne davor, sich in eine Art Abwärtsspirale der negativen Wahrnehmung hineintreiben zu lassen. Nicht jede nervöse Marktreaktion ist durch objektive Fakten gedeckt.“ Hufeld sorgt sich um die Branche. „Die niedrigen Zinsen fressen sich wie ein schleichendes Gift in die Bankbilanzen hinein. Man wird um schmerzhafte Einschnitte nicht herumkommen.“ Er erwarte, dass es auf dem deutschen Bankenmarkt in Zukunft vermehrt zu Fusionen kommen werde – vor allem zwischen kleineren Instituten der Genossenschaftsbanken und Sparkassen.

Von dpa/afp/RND

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