Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft Foodwatch fordert Zuckersteuer in Deutschland
Nachrichten Wirtschaft Foodwatch fordert Zuckersteuer in Deutschland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:50 04.04.2018
Versteckter Zucker in Getränken führt zu einer überhöhten Kalorienaufnahme, mahnt Foodwatch. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Die Verbraucherorganisation Foodwatch macht Getränkeherstellern wie Coca Cola schwere Vorwürfe. „Die Zuckergetränke von Coca-Cola sind flüssige Krankmacher“, sagt Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei Foodwatch. So förderten zuckerhaltige Getränke nachweislich die Entstehung von Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und Karies.

Foodwatch fordert deshalb in Deutschland eine Zuckersteuer: „Die Bundesregierung muss die Hersteller von stark überzuckerten Getränken verpflichten, eine Abgabe zu zahlen“, hieß es bei der Vorstellung des 108-seitigen Coca-Cola-Reports am Mittwoch.

Zuckersteuer in Großbritannien

In Großbritannien tritt eine solche Zuckersteuer bereits am Freitag in Kraft. Schon zuvor hatten führende Hersteller den Zuckergehalt ihrer Produkte gesenkt – für Fanta von 6,9 auf 4,6 Gramm je 100 Milliliter und für Sprite von 6,6 auf 3,3 Gramm. Laut Coca Cola habe die Reduzierung des Zuckergehalt aber nichts mit der Zuckersteuer zu tun. Vielmehr habe das Unternehmen in Großbritannien „bereits viele Jahre vor der Ankündigung der Steuer beschlossen, den Zuckergehalt in Getränken zu reduzieren“.

Eine Coca-Cola-Sprecherin verwies darauf, dass sich das Unternehmen zusammen mit anderen Herstellern im vergangenen Jahr verpflichtet habe, den Zuckergehalt in seinen Limonaden in der EU bis 2020 um durchschnittlich 10 Prozent zu senken. Auch in Deutschland werde es Veränderungen geben: „Bei Sprite werden wir noch in diesem Jahr den Zuckergehalt in Deutschland um 50 Prozent verringern“, kündigte die Sprecherin an. Derzeit seien 9,1 Gramm Zucker in 100 Millilitern enthalten.

Werbung für Jugendliche

Foodwatch kritisiert in ihrem Report außerdem, dass sich Coca Cola in ihrer Werbung gezielt an Kinder und Jugendliche richtet: „Ob mit Fußballstars im TV oder angesagten Influencern im Youtube-Video: Coca-Cola versteht es wie kaum ein anderer Konzern, ein positives Image zu kreieren – auch und gerade bei jungen Menschen“, warnt Huizinga.

Dabei trinken vor allem Jungs in Deutschland deutlich mehr Zuckergetränke als empfohlen. Laut aktueller Daten des Robert Koch-Instituts beläuft sich der Konsum von männlichen Jugendlichen auf knapp einen halben Liter täglich.

Dennoch: Der Absatz von Limonaden und Cola in Deutschland ist rückläufig. Das zeigen Zahlen der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke. Deshalb setzen große Getränkefirmen neuerdings auf aromatisiertes Wasser in hippen Dosen.

Von Anne Grüneberg/RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Immer mehr Lehrlinge schmeißen in ihrer Ausbildung vorzeitig hin. Der DGB macht dafür die mäßige Bezahlung für viele Azubis mitverantwortlich. Allein 2016 seien 146.000 Verträge vorzeitig beendet worden, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

04.04.2018

Anleger haben sich beim Börsengang in New York um die Aktien von Spotify gerissen. Ob die Schweden die Finanzmärkte dauerhaft überzeugen können, steht indes auf einem anderen Blatt. Bislang schreibt die Nummer eins im Musik-Streaming chronisch rote Zahlen.

03.04.2018

Tesla erreicht nicht die gesteckten Ziele. Bis Ende März wollte die Firme 2500 Wagen des Models 3 in der Woche bauen. Nun übernimmt Tesla-Chef Elon Musk selber die Kontrolle über Produktion.

03.04.2018
Anzeige