Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft Experten befürchten Schäden für US-Wirtschaft
Nachrichten Wirtschaft Experten befürchten Schäden für US-Wirtschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:08 09.09.2017
Verbraucher decken sich in Florida bereits mit Trinkwasser und Batterien ein. Nach dem Sturm könnte die Ware wesentlich knapper und teurer werden. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin/Miami

Hurrikan „Irma“ könnte nach seinem Vorgänger „Harvey“ die Spritpreise weiter nach oben treiben und die Wirtschaft im US-Bundesstaat Florida schwer treffen. Dies schätzen Experten des internationalen Analyse- und Beratungsunternehmens Capital Economics. Selbst wenn „Irma“ wohl nicht ins ölreiche Texas zieht, sondern am Wochenende weiter östlich auf Land trifft, dürfte der Effekt auf die Ölpreise merklich sein, warnten die Analysten: „Da bis zu 10 Prozent der Kapazitäten in den Raffinerien am Golf noch außer Betrieb sind, wird „Irma“ mehr Aufwärtsdruck auf die Benzinpreise ausüben.“

Bereits „Harvey“ setzte der texanischen Ölindustrie zu

In Texas hatten die enormen Windstärken und Regenmassen von Hurrikan „Harvey“ erst kürzlich Chaos angerichtet. In der dortigen Ölindustrie wurden viele Förder- und Logistikanlagen beschädigt oder mussten ihren Betrieb unterbrechen, im Golf von Mexiko waren Raffinerien zu Stilllegungen gezwungen. Die Lage entspannte sich danach ein wenig, die Benzinpreise fielen wieder leicht. Durch die Ankunft von „Irma“ könnten Ölprodukte nun wegen der insgesamt verringerten Produktion aber wieder teurer werden, der Sturm wird am Markt genau beobachtet. Am Freitag hatten auch die Rohölpreise zunächst weiter zugelegt.

Frühere Hurrikane hatten US-Öl nach Angaben des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts noch mehr verteuert. Mit Blick auf „Harvey“ schrieben die Ökonomen: „Die Auswirkungen dieses Wirbelsturmes waren nicht so stark wie die der vorherigen Hurrikane, weil sich der Schwerpunkt der texanischen Rohöl-Industrie in den letzten Jahren in das Landesinnere verlagert hat.“ Bei den Benzinpreisen gab es dagegen deutliche Zuwächse zumindest in den von „Harvey“ betroffenen Regionen, wie die US Energy Information Administration meldete.

Trinkwasser und Batterien werden teurer

Auch andere Teile der Wirtschaft müssen sich nach Einschätzung von Capital Economics auf Probleme wegen „Irma“ einstellen. „Verkäufe von abgefülltem Trinkwasser, Batterien, Konserven und Kraftstoff werden emporschnellen - Verkäufe von allem anderen werden in Florida abstürzen“, glauben die Analysten. Auch die Versicherungsbranche stellt sich schon auf riesige Summen ein.

In der Karibik verursachte „Irma“ nach Berechnungen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bisher Schäden von rund 10 Milliarden Dollar (rund 8,3 Mrd Euro). Capital Economics zufolge könnten die erwarteten Kosten in den USA auch die Debatte über die Schuldenobergrenze in Washington neu befeuern. Nach „Harvey“ beschloss der Senat Bundeshilfen von 15,25 Milliarden Dollar für die Opfer der Flutkatastrophe in Texas.

Von dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bundesanwälte in New York haben Anklage gegen einen früheren türkischen Wirtschaftsminister erhoben. Er soll mitgeholfen haben, mit dubiosen Gold- und Geldtransfers das Iran-Embargo zu unterlaufen. Gefährlich für Erdogan: Mit der Anklage kocht eine alte Korruptionsaffäre wieder hoch.

10.09.2017

Viele haben noch eine Anmeldung, aber niemand nutzt das Soziale Netzwerk mehr: StudiVZ war in den 2000er Jahren beliebt, konnte sich letztendlich aber nicht gegen große Konkurrenten wie Facebook behaupten. Nun hat die Betreiberfirma Insolvenz angemeldet.

08.09.2017

Raucher haben keinen Anspruch darauf, dass die Krankenkassen ihnen eine Nikotin-Entwöhnung bezahlen. Das entschied das Landessozialgericht in Schleswig und ließ keine Revision zu. Damit hat das Urteil Signalwirkung für etliche andere Klagen von Rauchern im Land.

08.09.2017
Anzeige