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Wirtschaft Euro auf 20-Monats-Tief, DAX im Plus
Nachrichten Wirtschaft Euro auf 20-Monats-Tief, DAX im Plus
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10:55 05.12.2016
Nach dem Referendum in Italien sinkt der Euro auf ein 20-Jahres-Tief. Quelle: dpa
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Tokio

Nach der Ablehnung der Verfassungsreform in Italien ist der Euro am Montag auf den tiefsten Stand seit 20 Monaten gefallen. In Tokio rutschte der Euro nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen zwischenzeitlich auf 1,0506 Dollar ab - das war der niedrigste Wert seit März 2015. Später erholte sich die europäische Gemeinschaftswährung wieder etwas. Der japanische Yen, der Investoren als sichere Zuflucht in Krisenzeiten gilt, legte zu.

Hochrechnungen zufolge hatten am Sonntag knapp 60 Prozent der italienischen Wähler gegen die von Ministerpräsident Matteo Renzi vorgeschlagene Verfassungsreform gestimmt. Renzi kündigte daraufhin wie erwartet seinen Rücktritt an.

Ergebnis aus Italien keine Überraschung

Die Nachricht belastete die asiatischen Börsen. In Tokio schloss der Leitindex Nikkei 0,82 Prozent im Minus, auch an den Börsen in Hongkong, Seoul und Sydney fielen die Kurse. Die Entwicklung war jedoch nicht dramatisch.

Das Abstimmungsergebnis in Italien sei keine solche Überraschung gewesen wie das Votum der Briten für den EU-Austritt ihres Landes im Juni oder der Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl im November, erklärte Analyst Yunosuke Ikeda von Nomura Securities. Gleichwohl werde Renzis Niederlage gegen populistische Kräfte in Europa Besorgnis auslösen.

Daisuke Karakama von der Mizuho Bank sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, der Euro werde wegen der in den kommenden Monaten bevorstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Italien unter Druck bleiben. „Es besteht die Möglichkeit, dass der Euro Parität zum Dollar erreicht“, dass also ein Euro einem Dollar entspricht, sagte Yannick Naud von der Schweizer Bank Audi im Gespräch mit Bloomberg.

Dax trotz Italien-Referendums mit deutlichen Gewinnen

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit klaren Gewinnen in die neue Börsenwoche gestartet. Das befürchtete Beben nach dem Aus für die Verfassungsreform in Italien blieb damit aus. Der Dax kletterte kurz nach dem Handelsauftakt um 1,68 Prozent auf 10 689,61 Punkte.

Allerdings hatten sich die Anleger schon in der vergangenen Woche auf eine Niederlage von Regierungschef Matteo Renzi eingestellt - der deutsche Leitindex hatte 1,80 Prozent verloren.

„Fast egal, was herauskommt“

„Der Dax hat alle politischen Ereignisse mit der Wahl in Italien hinter sich gelassen, und wie angekündigt war es fast egal, was herauskam“, kommentierte Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research.

Nachdem in der vergangenen Woche noch die Unsicherheit über Italiens Zukunft ebenfalls den breiteren deutschen Aktienmarkt belastet hatte, wagten sich die Anleger nun auch hier wieder aus der Deckung. Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen kletterte am Montagmorgen um 1,45 Prozent auf 20 827,27 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,46 Prozent auf 1711,02 Zähler nach oben.

Ähnlich sah es auf den Devisenmärkten aus. Der Euro gab zwar nach, konnte sich aber nach der Rücktrittsankündigung des italienischen Regierungschefs Matteo Renzi erholen. So hielten sich die Verluste auch klar in Grenzen. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand zuletzt ein Plus von 1,23 Prozent auf 3052,18 Zähler zu Buche.

Von RND/dpa/afp

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