Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft Elektroschrott-Rücknahme: Online-Händler nutzen Übergangsfrist
Nachrichten Wirtschaft Elektroschrott-Rücknahme: Online-Händler nutzen Übergangsfrist
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:56 06.12.2015
Das neue Elektrogeräte-Gesetz verpflichtet Händler mit einer Lagerfläche von 400 Quadratmetern und mehr, kleinere Geräte wie Föns, Rasierapparate oder Toaster bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern kostenlos und ohne Kassenbon zurückzunehmen. Quelle: Kay Nietfeld
Berlin/Ingolstadt

Viele Online-Händler wollen sich mit der Rücknahme ausrangierter Elektrogeräte Zeit lassen. Angesichts der noch bis Juli 2016 geltenden Übergangsfrist empfehle man den Mitgliedsunternehmen derzeit, die Kunden mit ihren Altgeräten zu den öffentlichen Entsorgungsstellen zu bitten.

"Die Branche ist im Weihnachtsgeschäft und hat keinen Kopf dafür, sich mit dieser Regelung jetzt auseinanderzusetzen", sagt der Präsident des Branchenverbandes BVOH, Oliver Prothmann. Auch die Verbraucher hätten sich darauf offenbar eingestellt, bisher komme keine nennenswerte Zahl an Rückgabegeräten bei den Unternehmen an. "Es ist im Moment noch kein großes Thema, weil wir den Service noch nicht anbieten", sagte Prothmann.

Im Oktober war das neue Elektrogeräte-Gesetz in Kraft getreten. Es verpflichtet Händler mit einer Lagerfläche von 400 Quadratmetern und mehr, kleinere Geräte wie Föns, Rasierapparate oder Toaster bis zu einer Kantenlänge von 25 Zentimetern kostenlos und ohne Kassenbon zurückzunehmen.

Bei Großgeräten wie Fernsehern und Kühlschränken gilt das nur, wenn der Kunde auch ein gleichwertiges Gerät kauft. Viele große Elektrohändler wie Media-Saturn nehmen den Elektroschrott ihrer Kunden aber ohnehin schon seit Jahren zurück. Für alle anderen gilt eine neunmonatige Übergangsfrist.

Da es sich bei vielen Geräten um Gefahrengut handle, müssten Lösungen für Transport und Entsorgung gefunden werden, erklärte Prothmann: "Die Händler sind keine Schrotthändler." Noch fehle es aber an geeigneten Dienstleistern, die auch den gesetzlichen Vorgaben entsprächen. Man arbeite an Lösungen.

Eine Media-Saturn-Sprecherin sagte, das Unternehmen praktiziere die Rücknahme bereits seit Jahren freiwillig. Mit über 400 stationären Märkten fänden die Kunden ein nahezu flächendeckendes Netz zur fachgerechten Entsorgung großer und kleiner Altgeräte. Dies werde auch rege genutzt. "Nach der gesetzlichen Neuregelung stellen wir insofern keine größeren Veränderungen fest – gerade weil unseren Kunden dieser Service längst bekannt ist."

Auch für den eigenen Online-Handel werde man entsprechende Lösungen anbieten. Weil die Übergangsfrist und auch die entsprechenden Prozesse noch liefen, könnten aber noch keine Details genannt werden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In wenigen Wochen müssen sich Verbraucher endgültig umstellen: Das Ende von Kontonummer und Bankleitzahl naht. Nicht jeder ist mit der IBAN vertraut, warnt die Bundesbank - obwohl Unternehmen und Vereine für Überweisungen in Euro schon seit 2014 das Sepa-Format nutzen.

06.12.2015

Seit der Einführung des Bestellerprinzips im Juni haben viele Makler das Geschäft mit Vermietungen aufgegeben. "Es gibt einen klaren Wechsel von der Vermietung zum Verkauf", sagte Andreas Besenböck vom Immobilienverband Deutschland (IVD) der Deutschen Presse-Agentur.

06.12.2015

Nach der jüngsten Entscheidung der Europäischen Zentralbank müssen sich Sparer auf eine lange Durststrecke bei den Zinsen für ihre Guthaben einstellen. Überziehungszinsen hingegen bleiben bei vielen Banken hoch - auch aus pädagogischen Gründen?

05.12.2015