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Wirtschaft Einigung im Tengelmann-Streit
Nachrichten Wirtschaft Einigung im Tengelmann-Streit
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17:36 15.11.2016
Rewe und Edeka haben sich im Streitfall Kaiser’s Tengelmann geeinigt. Quelle: dpa
Mühlheim

Im Ringen um die verlustreiche Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann haben Rewe und Edeka eine wichtige Hürde genommen. Beide Unternehmen einigten sich darauf, welche Kaiser’s-Tengelmann-Filialen in Berlin Edeka an Rewe weiterreichen wird. Ein Rewe-Sprecher bestätigte dies auf Anfrage.

Mit der Einigung zu den Berliner Filialen ist ein zentraler Bestandteil der Schlichtungsvereinbarung erfüllt, die vor drei Wochen unter Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) getroffen worden war. Diese sieht vor, dass Edeka nach der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann Filialen mit einem Bruttoumsatz von 300 Millionen Euro an Rewe überträgt. Welche das sind, war darin aber nicht festgelegt.

Offen sind nach Angaben aus Verhandlungskreisen noch die Kaufpreis und die Lastenverteilung. Auch der Kaufvertrag muss demnach noch ausgearbeitet werden.

Rewe ließ bereits Klage fallen

Beide Unternehmen hatten in der vergangenen Woche ihren Willen zu einer einvernehmlichen Lösung bekundet: So ließ Rewe seine Klage gegen die Sondergenehmigung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorerst ruhen. Edeka bat den Bundesgerichtshof, einen ursprünglich für Dienstag angesetzten Termin zu dem Fall aufzuheben.

Kaiser’s Tengelmann soll seit zwei Jahren an Edeka verkauft werden. Die Kette schreibt seit Langem Verluste. Bei ihr sind inzwischen noch rund 15.000 Mitarbeiter in gut 400 Filialen beschäftigt.

Kaiser’s Tengelmann

Verglichen mit Edeka oder Rewe ist die Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann ein Zwerg. Sie betrieb Ende 2015 noch 418 Filialen in Deutschland und erwirtschaftete mit knapp 15.300 Mitarbeitern einen Nettoumsatz von 1,78 Milliarden Euro. Einst bundesweit vertreten, finden sich die Filialen heute nur noch im Großraum Berlin, in München und Oberbayern sowie in Teilen Nordrhein-Westfalens. Die meisten Geschäfte – insgesamt 187 – gab es zum Jahresanfang noch in München und Oberbayern. Im Großraum Berlin betrieb die Kette weitere 124 Supermärkte, 107 Filialen lagen im Rheinland. Aktuell dürften es allerdings schon wieder einige weniger sein.

Das Familienunternehmen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die bis ins Jahr 1876 zurückreicht. Damit ist Kaiser’s Tengelmann nach eigenen Angaben das älteste Lebensmittel-Handelsunternehmen Deutschlands. Doch summierten sich die Verluste seit der Jahrtausendwende auf mehr als 500 Millionen Euro. Dass das Unternehmen als Übernahmeobjekt dennoch interessant ist, liegt an seiner starken Marktposition in den Großräumen Berlin und München.

Von RND

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