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18:31 28.08.2018
„So unbequem wie möglich“: Experten empfehlen, dass Mitarbeiter mittags auf der Schreibtischplatte schlafen sollten – auf diese Weise wachen sie von allein nach wenigen Minuten wieder auf. Für die Erholung ist diese Phase ausreichend. Foto: Monique Wuestenhagen/dpa
Berlin

Witze darüber gibt’s genug: „Lieber acht Stunden Büro als gar keinen Schlaf.“ Schlafen, das hat keinen guten Ruf, und selbst das kleinste Nickerchen ist am Arbeitsplatz tabu. Dabei sind Schlafmediziner überzeugt: Büroschlaf steigert die Leistung. Erste US-Konzerne haben das begriffen und fördern das Dösen am Arbeitsplatz. In der Google-Zentrale etwa stehen Liegesessel bereit, in denen Mitarbeiter unter einer Kugelhaube dösen. Nike hält in Portland Schlafräume vor, ebenso Uber in San Francisco. Die Unternehmerin Ariana Huffington wirbt ebenfalls für das Erfolgsrezept Schlaf – längst ist von einem Kulturwandel die Rede.

“Lieber acht Stunden Büro als gar keinen Schlaf“: Ein Power Nap steigert die Leistungsfähigkeit

Doch hierzulande passiert wenig. Firmen wie etwa das Bosch-Entwicklungszentrum in Abstatt bei Heilbronn, wo Mitarbeiter mit Kopfhörern auf sogenannten Klangliegen dösen können, sind noch die Ausnahme. „Das Thema ist nicht abschließend untersucht“, heißt es dazu bei der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände. Doch Ärzte warnen: Schlafstörungen führten zu Hunderttausenden von Krankmeldungen, die deutsche Volkswirtschaft verliere dadurch pro Jahr 60 Milliarden Euro. Das rechnete die US-Denkfabrik Rand Corporation für 2016 aus.

Jede dritte Frau und jeder vierte Mann möchte im Büro schlafen

Wissenschaftler wie Ingo Fietze, Leiter des schlafmedizinischen Zentrums an der Berliner Charité, sind sicher: Mittagsschläfchen bei der Arbeit könnten die Summe drücken. Ein „Power Nap“ steigere die Leistungsfähigkeit sogar um bis zu 40 Prozent, heißt es. „Dass Schlaf ein Leistungsreservoir ist, dass Schlaf besser ist als die zehnte Tasse Kaffee, das spricht sich aber nur sehr langsam herum“, sagt Fietze.

Jede dritte Frau und jeder vierte Mann möchte nach einer Umfrage der Techniker-Krankenkasse im Büro Mittagschlaf halten. Am ehesten zwischen 12 und 14 Uhr und zwischen 16 und 18 Uhr, sagt Fietze. Sein Rat: am Schreibtisch wegdösen. „Je unbequemer, desto besser.“ Dann wache man nach einer Viertelstunde wieder auf – zum Weiterarbeiten.

Von Burkhard Fraune/dpa

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