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Wirtschaft „Die Händler sind nicht glücklich“
Nachrichten Wirtschaft „Die Händler sind nicht glücklich“
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07:00 02.11.2018
Dirk Weddigen von Knapp ist Vorsitzender des VW und Audi Partnerverbands und vertritt 1330 Händler und 970 Servicepartner der Marken VW und ­Audi. Quelle: Stellmacher
Berlin

VW wird Betrug bei Abgaswerten vorgeworfen. Viele Kunden klagen gegen die Mitglieder Ihres Verbands, die Händler. Fühlen Sie sich an den Pranger gestellt?

Na klar. Uns geht es da nicht anders als den Herstellern. Dazu kommt, dass viele Partner besonders unter der Situation leiden, weil sie ihre Kunden stellenweise seit Jahrzehnten persönlich kennen. Da ist ein Vertrauensverhältnis entstanden, das nun erschüttert wird.

Sind Sie sauer auf Volkswagen?

Dass wir als Händler nicht glücklich sind mit der ganzen Dieselaffäre, ist doch sonnenklar. In der rechtlichen Auseinandersetzung sitzen wir zwischen Baum und Borke. Wir haben einen Lieferanten und stehen vor Gericht auch für ihn gerade. Auf der anderen Seite wollen wir unsere Kunden nicht verlieren. Das ist eine ärgerliche Situation.

Was halten Sie von den diskutierten Nachrüstungen?

Möglich ist alles. Ich erinnere gern daran, dass wir vor Jahren Katalysatoren eingebaut und die Fahrzeuge dadurch sogar etwas veredelt haben.

Sollten die Kunden an den Kosten beteiligt werden?

Das muss in der Dieselaffäre politisch beantwortet werden. Die Regierung schummelt sich bislang um die Antwort herum. Durch Nachrüstung würden die Autos ja besser. Nach meinen Erfahrungen sind Kunden bereit, sich daran zu beteiligen. Dabei ist die Höhe entscheidend.

Wie beurteilen Sie das Handeln der Politik?

Welches Handeln meinen Sie denn? Der Dieselgipfel war in Wahrheit ein Dieseluntergang. Es ist eine Diskriminierung von Bürgern, wenn in 14 Städten Einfahrmöglichkeiten geschaffen werden, deren Umgebung und alle anderen Dieselfahrer aber außen vor bleiben. Und da war Mainz, wo gerade ein Dieselfahrverbot erlassen wurde, noch gar nicht drin. Bürger, egal ob Autofahrer oder nicht, erwarten hier Antworten aus Berlin und keine inkonsequenten, kaum durchführbare Pläne.

Was erwarten Sie von der Politik?

Dass Sie zum Beispiel die Deutsche Umwelthilfe stoppt, die sich das Wirrwarr europäischer Emissionsgrenzwerte, Umweltwerte und Effizienzwerte zunutze macht, um Hersteller und vor allem Händler abzukassieren und damit Fahrverbotsprozesse anzustrengen. Außerdem erwarten wir, dass die EU-Richtlinien zur Luftreinheit endlich richtig gelesen und gelebt werden.

Wie meinen Sie das?

Ein Beispiel: Porto stellt Umweltmessstationen wie vorgeschrieben auf – mit freiem 270-Grad-Feld, unbelastet von Stadtmauern und anderen Begrenzungen. Alles in Ordnung. Wir stellen sie ans Stuttgarter Neckartor, rückseitig durch eine Wand abgegrenzt, unbelüftet also. Da fängt Politik an, die mit Bürgernähe nichts mehr zu tun hat.

Von Thoralf Cleven

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