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12:06 09.05.2016
Vor allem zogen die Bestellungen aus Ländern außerhalb der Eurozone kräftig an. Quelle: Felix Kästle
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Wiesbaden

Die starke Nachfrage aus dem Ausland nach Produkten "Made in Germany" beflügelt die Hoffnung auf ein kräftiges Wachstum der deutschen Wirtschaft zum Jahresbeginn.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, gingen bei der Industrie im März saison- und arbeitstäglich bereinigt 1,9 Prozent mehr Bestellungen ein als im Februar. Die Konsumlaune der Verbraucher und der milde Winter, von dem vor allem der Bau profitiert, haben nach Einschätzung von Ökonomen das Wachstumstempo der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal erhöht.

Die Experten rechnen im Schnitt mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zum Jahresende war die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen. Erste Ergebnisse für den Zeitraum Januar bis März will das Statistische Bundesamt am Freitag (13. Mai) vorlegen. Im Euroraum hatte das BIP nach ersten Zahlen von Eurostat in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Zeitraum davor um 0,6 Prozent zugelegt.

Nach Einschätzung der Bundesbank hat die deutsche Wirtschaft zum Jahresauftakt kräftig zugelegt. "Das Expansionstempo könnte sogar spürbar über der Zuwachsrate des Vorquartals gelegen haben", schrieb die Notenbank in ihrem jüngsten Monatsbericht. Treiber seien einmal mehr konsumfreudige Verbraucher gewesen, zudem habe die Bauwirtschaft vom milden Wetter profitiert. Dagegen habe der Export wohl einen "vergleichsweise schwachen Beitrag" geliefert.

Auch im Gesamtjahr wird vor allem die Konsumfreude der Verbraucher Ökonomen zufolge die deutsche Wirtschaft antreiben. Der Export dürfte als Wachstumstreiber hingegen ausfallen. Führende Wirtschaftsforscher hatten wegen der Abkühlung der Weltkonjunktur ihre Prognose für Deutschland in diesem Jahr bereits leicht nach unten korrigiert.

Nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages wird der Export nur um zwei Prozent zulegen, wie die "Welt" (Montag) berichtete. "Das wäre einer der schwächsten Exportzuwächse seit der Wiedervereinigung", sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier. Im Herbst 2015 hatte der Verband danach noch mit einem Plus von 3,5 Prozent gerechnet. "Die Weltwirtschaft steht weiterhin auf wackeligen Füßen. Kein Auslandsmarkt bietet sich derzeit als wahrer Wachstumstreiber an", sagte Treier.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen im März 4,3 Prozent mehr Bestellungen aus dem Ausland bei der deutschen Industrie ein. Dabei zogen vor allem die Aufträge aus Ländern außerhalb der Eurozone kräftig an (plus 6,2 Prozent). Die Nachfrage aus dem Inland sank dagegen um 1,2 Prozent.

dpa

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