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Nachrichten Wirtschaft Deutsche Post erhöht Porto für Warensendungen
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18:57 18.05.2018
Die Deutsche Post erhöht die Portopreise für Bücher- und Warensendungen. Quelle: dpa
Bonn

Die Deutsche Post schraubt nach dem jüngsten Gewinnrückgang im Heimatgeschäft das Porto für Bücher- und Warensendungen kräftig nach oben. Für die Büchersendung Groß (bis 500 Gramm) verlangt die Post mit 1,20 Euro ab 1. Juli ein Fünftel, also 20 Cent mehr als bisher, wie der Dax-Konzern am Freitag in Bonn mitteilte. Für die Warensendung Kompakt (bis 50 Gramm) werden mit 1,30 Euro sogar 40 Cent, oder 44 Prozent mehr fällig. Die Post begründete den Schritt mit allgemeinen Kostensteigerungen und höheren Transportkosten.

Preisanstieg bei größeren Sendungen gering

Bei den größeren Varianten der Bücher- und Warensendungen fallen die Preiserhöhungen nicht so stark aus. Für die Büchersendung Maxi steigt der Preis von 1,65 auf 1,70 Euro, für die Warensendung Groß von 1,90 auf 2,20 Euro. Für letztere sollen aber künftig höhere Rabatte gelten, so dass der Preis für Rabattkunden gleich bleibt. Mit den Preiserhöhungen liege das Entgelt im Vergleich mit überregionalen Wettbewerbern auf Durchschnittsniveau, hieß es.

Andere Briefprodukte sind von den Anhebungen nicht betroffen. So ist das Porto für den Standardbrief von 70 Cent staatlich reguliert. Eine Erhöhung ist aber ab Anfang 2019 prinzipiell wieder möglich.

Umkämpfte Paketgeschäft ist nicht lizenziert

Bücher- und Warensendungen werden nach Angaben der Post sowohl von Großkunden als auch von Privatleuten genutzt. Buchhändler etwa schicken damit Bestellungen an Kunden, Firmen nutzen für Werbeprodukte die Warensendung. Die Sendungen laufen einem Sprecher zufolge zwar über die Briefzentren der Post, sind aber anders als das reine Briefgeschäft nicht lizenziert. Die Portopreise bedürfen also keiner Genehmigung der Bundesnetzagentur. Das gilt auch für das besonders umkämpfte Paket- und Expressgeschäft.

Größeres Volumen versus Fahrermangel

Die letzte Preiserhöhung im Bereich der Bücher- und Warensendungen gab es den Angaben des Konzerns zufolge im Jahr 2013. Die Post verweist zur Begründung auch auf ein größeres Volumen der einzelnen Sendungen. Auch die knappen Ressourcen im Transportgeschäft, also der Fahrermangel, sowie die in den vergangenen Jahren gestiegenen Lohnkosten spielten eine Rolle, sagte ein Sprecher.

Weder Trendwende noch Entspannung des Wettbewerbs

Die Konkurrenz reagierte verhalten auf die Pläne des Marktführers. Die besonders relevanten und wettbewerbsintensiven Paketpreise für große Versender seien von den Änderungen nicht betroffen, teilte etwa der Zusteller DPD mit. „In der aktuellen Ankündigung der Post können wir daher weder eine Trendwende noch eine Entspannung der Wettbewerbssituation erkennen.“

Der Paketdienst Hermes kommentierte die Preismaßnahmen der Konkurrenz nicht und teilte nur allgemein mit, es sei wichtig, dass auf Verbraucher- wie auf Händlerseite die Wertigkeit von Logistik und die Wahrnehmung seitens der Kunden erhöht werde. „Denn: Hochwertige logistische Services gibt es nicht zum Nulltarif.“

Von RND/dpa

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