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Wirtschaft Bahn-Tickets könnten 0,9 Prozent teurer werden
Nachrichten Wirtschaft Bahn-Tickets könnten 0,9 Prozent teurer werden
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12:30 24.08.2018
Die Deutsche Bahn kündigt die nächste Preiserhöhung für Dezember an. Quelle: dpa
Berlin


Verspätungen, Zugausfälle, überfüllte Waggons – die Beschwerdeliste der Bahnkunden ist lang. Trotzdem erhöht das deutsche Verkehrsunternehmen mit Sitz in Berlin alljährlich zuverlässig die Preise. Nun ist es wieder soweit: Im Dezember werden Fahrkarten für den Fernverkehr erneut teurer. Die Preise könnten Informationen des „Kölner-Stadt-Anzeigers“ zufolge um 0,9 Prozent steigen. Damit würde die Steigerung so hoch ausfallen wie im Vorjahr.

Konzernchef Richard Lutz kündigte am Donnerstag höhere Tarife für Fahrten in ICE und Intercitys an, blieb aber noch unkonkret: „Im Durchschnitt werden die Preise des Fernverkehrs deutlich unterhalb der Inflationsrate steigen, die derzeit bei rund zwei Prozent liegt“, sagte Lutz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die höheren Preise gelten dann ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember.

Lutz spricht von moderaten Erhöhungen

Im vergangenen Jahr waren Fahrkarten im Fernverkehr durchschnittlich um 0,9 Prozent teurer geworden, ein Jahr zuvor um 1,3 Prozent. In den beiden Vorjahren hatte es Nullrunden gegeben, damit nicht zu viele Kunden zu den neuen Fernbus-Anbietern abwandern.

„Wir waren in den vergangenen Jahren schon vernünftig unterwegs und werden auch in diesem Jahr moderat vorgehen“, versicherte Lutz. Ziel der Preispolitik sei es, die Züge besser auszulasten und Wachstum zu unterstützen.

Kunden kennen das Prinzip: Oft ist es billiger, etwa am Samstagmorgen zu fahren als am Freitagnachmittag. „Uns gelingt es bereits, Kunden über die Spar- und Supersparpreise in weniger ausgelastete Züge zu bringen“, erklärte Lutz. Diese Steuerung werde man aber auch nicht überstrapazieren.

Jeder vierte Fernzug fährt verspätet

Der Vorstandschef kündigt höhere Preis zu einem Zeitpunkt an, an dem die Bahn ihren Kunden viel Geduld abverlangt. Jeder vierte Fernzug fährt verspätet, das heißt mindestens sechs Minuten nach Fahrplan.

Hunderte Baustellen, überlastete Knotenpunkte im Bahnnetz, aber auch externe Ursachen wie Suizide, Polizei-Einsätze und Wetter-Kapriolen bremsen die Züge aus.

Jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn kommt zu spät, trotzdem sollen die Kunden draufzahlen. Quelle: dpa-Zentralbild

Lutz bewertet Pünktlichkeit als unbefriedigend

Bislang kommt die Bahn nach eigener Statistik in diesem Jahr auf 76 Prozent pünktlicher Fernzüge. „Keine Frage, das ist unbefriedigend“, bekannte Lutz.

Das Jahresziel von 82 Prozent hat er längst aufgeben und durch 80 Prozent ersetzt. Doch im Juli sacke die Quote sogar auf 72,1 Prozent ab.

Bund ebenfalls unzufrieden

Auch der Bund als Eigentümer der Bahn zeigt sich unzufrieden. „Das muss besser werden, und das wird es auch“, betonte erst am Mittwoch Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann.

Eine Ursache sieht er im früheren Sparkurs. „Unter dem Abbau von Schienenwegen in der Ära Hartmut Mehdorn leiden wir heute noch“, sagte Ferlemann der „Welt“. Bei Störungen gebe es nicht genug Umfahrungsmöglichkeiten.

Taktfahrplan soll Pünktlichkeit verbessern

Die Pünktlichkeit der Bahn will Lutz zudem vor allem durch die Digitalisierung der Strecken verbessern.

„Der Schlüssel für eine gute Betriebsqualität und Pünktlichkeit ist die Kapazität“, sagte der Manager. Ein „Taktfahrplan“ soll demnächst auch pünktliche Umstiege ermöglichen.

Von dpa/RND/jk

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