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08:38 29.12.2016
Böller, Raketen und Lichtspektakel bleiben zu Silvester weiter heiß begehrt.  Quelle: dpa
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Ratingen

Die Deutschen wollen den Himmel zum Jahreswechsel wieder in bunten Farben erstrahlen lassen. Nach Schätzung des Verbands der pyrotechnischen Industrie (VPI) in Ratingen bei Düsseldorf werden sie voraussichtlich rund 133 Millionen Euro fürs Silvester-Feuerwerk ausgeben, ebenso viel wie im Vorjahr. An diesem Donnerstag (29. Dezember) startet der dreitägige Verkauf von Böllern und Raketen.

Im Trend liegen nach Angaben des Verbands weiterhin sogenannte Batterie- oder Verbundfeuerwerke, die nur einmal angezündet werden müssen und dann zahlreiche Effekte abfeuern. „Sound- und Lichteffekte faszinieren die Verbraucher mittlerweile mehr als nur ein einzelner Knall“, so der VPI-Geschäftsführer Klaus Gotzen.

Worauf Kunden achten sollen – und eine sinnvolle Alternative zur Böllerei – verraten wir hier.

Geprüft und zugelassen

Böller-Fans sollten nur Produkte verwenden, die von der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) oder einer anderen offiziellen europäischen Stelle geprüft und zugelassen sind und über das CE-Siegel verfügen. Bei aus dem Ausland eingeschmuggelten Krachern und Raketen ohne Prüfsiegel droht in der Regel mindestens eine empfindliche Geldstrafe.

Große Kracher ab 18

Der Verkauf von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 ist in diesem Jahr vom 29. bis zum 31. Dezember erlaubt. Sie dürfen zudem nur an Erwachsene verkauft werden. Zu dieser Kategorie gehören Raketen, Fontänen, Verbundfeuerwerke, Römische Lichter, Batterien und laute Knaller. Zu erkennen ist das Prüfsiegel an einer vierstelligen Nummer plus F2 plus einer weiteren fortlaufenden Nummer wie zum Beispiel 0589-F2-1234 - wobei die 0589 für die Prüfung durch die BAM steht. Bis 2017 sind auch noch die alten Zulassungszeichen wie BAM-PII plus eine vierstellige Nummer gültig.

Lauter Knaller dürfen nur an Erwachsene verkauft werden. Quelle: dpa

 

Knallbonbons und Tischfeuerwerk

Für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen sind nur Feuerwerkskörper der Kategorie F1. Dazu gehören Wunderkerzen, Tischfeuerwerk, Knallerbsen und Knallbonbons. Diese weniger gefährliche Art von Feuerwerkskörpern darf in der Regel auch das ganze Jahr über verkauft werden. Auch bei diesen harmloseren Knallern sollten die Eltern aber auf jeden Fall das Abfackeln beaufsichtigen. Auch hier gibt es in Deutschland ein entsprechendes Prüfsiegel - mit der Kennzeichnung für die Kategorie F1.

„Knallzeiten“ beachten

Für Feuerwerkskörper der Kategorie F2 beziehungsweise Klasse PII gilt eine strikte „Knallzeit“: Sie dürfen nur am Silvester- und Neujahrstag abgebrannt werden. Die Zeiten können je nach Bundesland leicht abweichen. Das Böllern in der Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern oder Tankstellen ist grundsätzlich nicht erlaubt. Blindgänger, die nicht explodiert sind, sollten unbedingt liegen gelassen werden.

Schreckschusswaffen und Blitzknallkörper

Ausdrücklich verboten ist das Schießen mit Schreckschusswaffen in der Öffentlichkeit. Es kann mit einer Strafanzeige geahndet werden, Waffen und Munition können eingezogen werden. Dies gilt vor allem für sogenannte Vogelschreckmunition. Sie ist wegen ihrer hohen Sprengkraft grundsätzlich zu Silvester verboten. Wer sie ohne Erlaubnis erwirbt, verschießt oder damit handelt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Knallkörper dürfen in Deutschland maximal sechs Gramm Schwarzpulver enthalten. Sie sind relativ ungefährlich – laut BAM kommt es maximal zu leichten Verbrennungen. Anders sieht es bei importierten Blitzknallkörper, die hierzulande verboten sind. Die oft aus Osteuropa eingeschmuggelten Böller mit sogenanntem Blitzknallsatz, einer Mischung aus Kaliumperchlorat und Aluminiumpulver, können gefährliche Verletzungen verursachen - bis hin zum Verlust von Fingern.

Panik bei Tieren vermeiden

Tierhalter sollten ihre Haustiere nach einer Empfehlung des Deutschen Tierschutzbunds zu Silvester möglichst von Böllerlärm abschotten. Das Feuerwerk löse bei vielen Tieren Angst oder Panik aus, erklärte die Organisation am Dienstag in Bonn. Hunde und Katzen sollten im Haus einen Rückzugsort haben, an dem sie sich sicher fühlen, rät der Tierschutzbund. Bei geschlossenen Fenstern und heruntergelassenen Rollos seien die Auswirkungen des Feuerwerks auf die Tiere meist schon weniger dramatisch. Vogelvolieren und Kleintiergehege sollten den Empfehlungen zufolge weit vom Fenster entfernt stehen und mit einem Tuch zu den Seiten des Raumes hin abgedeckt werden

Die Alternative

Unter dem Motto „Brot statt Böller“ ruft das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt zum Jahreswechsel wieder zu Spenden auf. Mit Krachern und Raketen sei gegen Gewalt und Unrecht wenig auszurichten, sagte Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel. Statt Geld für Feuerwerk auszugeben, könnten Menschen die Lebenssituation anderer verbessern. Die Aktion „Brot statt Böller“ gibt es seit 1981.

Von RND/afp/dpa/zys

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