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Das ändert sich 2018 für Verbraucher

Jahreswechsel Das ändert sich 2018 für Verbraucher

Eltern und Hartz-IV-Empfänger bekommen künftig etwas mehr Geld, Hausbauer mehr Rechte. Außerdem werden Anreize für Betriebsrenten geschaffen. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

Das ändert sich 2018

Quelle: Dpa

Berlin. Kindergeld und Kinderfreibetrag werden im neuen Jahr etwas angehoben, außerdem müssen Arbeitnehmer etwas weniger in die Rentenkasse einzahlen. Zum Jahreswechsel treten darüber hinaus eine Fülle von gesetzlichen Änderungen in Kraft, die unter anderem Geschäftsinhaber und werdende Mütter betreffen. Das Wichtigste im Überblick:

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag steigt um 180 Euro Euro auf 9000 Euro. Erst ab dieser Jahressumme müssen ledige Erwachsene ihr Einkommen versteuern. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag auf insgesamt 18 000 Euro. Der Kinderfreibetrag wird um 72 Euro auf insgesamt 7428 Euro angehoben. Für Eltern bleibt dieser Betrag pro Kind und Jahr ebenfalls steuerfrei.

Kindergeld

Das monatliche Kindergeld wird um 2 Euro erhöht. Für die ersten beiden Kinder gibt es nun jeweils 194 Euro pro Monat, beim dritten Kind sind es 200 Euro und bei jedem weiteren Kind sogar 225 Euro. Allerdings kann Kindergeld künftig nur noch für sechs Monate rückwirkend beantragt werden und nicht mehr – wie bisher – für mehrere Jahre.

Hartz IV

Der Regelsatz für alleinstehende Hartz-IV-Empfänger steigt zum Jahreswechsel von 409 auf 416 Euro pro Monat. Bei Paaren gibt es künftig 374 Euro pro Person – 6 Euro mehr als bisher. Die monatlichen Sätze für Kinder steigen abhängig vom Alter um 3 bis 5 Euro.

Rente

Wegen der gut gefüllten Rentenkasse sinkt der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung zum 1. Januar von 18,7 auf 18,6 Prozent. Bei einem monatlichen Bruttoverdienst von 3000 Euro bedeutet das eine Entlastung von 1,50 Euro. Im Juli dürfen dann die rund 21 Millionen Rentner mit deutlich mehr Geld rechnen. Erwartet wird ein Rentenplus von etwa 3 Prozent. Außerdem wird bessergestellt, wer ab 2018 aus Gesundheitsgründen eine Erwerbsminderungsrente bezieht. Bisher werden Betroffene bei der Rente so behandelt, als hätten sie bis zum 62. Lebensjahr gearbeitet. Diese Grenze wird nun stufenweise bis zum Jahr 2024 auf 65 Jahre angehoben.

Betriebsrente

Damit Betriebsrenten für kleine und mittlere Unternehmen attraktiver werden, entfällt zum Jahreswechsel das Haftungsrisiko für die Arbeitgeber. Den Beschäftigten muss dann kein fester Betrag mehr zugesichert werden. Darüber hinaus wird den Arbeitgebern ein Steuerzuschuss gewährt, wenn sie Geringverdiener bei den Betriebsrentenbeiträgen unterstützen. Für die Bezieher einer Grundsicherung im Alter gibt es zudem Freibeträge von bis zu 200 Euro für Betriebs- und Riester-Renten.

Frauen verdienen in Unternehmen oft weniger als ihre männlichen Kollegen

Frauen verdienen in Unternehmen oft weniger als ihre männlichen Kollegen.

Quelle: dpa

Lohngleichheit

Um Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verringern, erhalten Beschäftigte im neuen Jahr einen individuellen Auskunftsanspruch. In Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten können Arbeitnehmer künftig Informationen darüber einfordern, wie ihre Kollegen für eine gleichartige Tätigkeit bezahlt werden. Benachteiligungen sollen so leichter erkannt und behoben werden.

Mutterschutz

Auch Schülerinnen und Studentinnen können künftig Mutterschutz in Anspruch nehmen. Wie auch für Arbeitnehmerinnen gilt für sie ab dem 1. Januar 2018 sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt eine Schonzeit. Für Pflichtveranstaltungen, Prüfungen und Praktika soll es dann Ausnahmen geben. Wenn die Schwangere oder junge Mutter aber eine Prüfung ablegen will, darf sie das.

Unterhalt

Bei minderjährigen Trennungskindern steigt der Mindestsatz beim Unterhalt. Abhängig vom Alter des Kindes und dem Einkommen der Eltern erhöhen sich die monatlichen Sätze in der neuen „Düsseldorfer Tabelle“ um 6 bis 12 Euro. Gleichzeitig werden aber auch die Einkommensklassen reformiert, was für einige Kinder wiederum zu Einbußen führen könnte. Beim staatlichen Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende, wenn der andere Elternteil seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, steigen die monatlichen Sätze um bis zu 5 Euro.

Kassennachschau

Finanzämtern ist es ab 2018 erlaubt, die Kassen in Geschäften und Gastro­nomiebetrieben unangemeldet zu prüfen. Die sogenannte Kassennachschau soll Steuerbetrug eindämmen. Jedes Jahr verliert der Staat hohe Summen, weil Umsätze mit manipulierten Kassen oder fingierten Rechnungen nicht oder falsch erfasst wurden.

Baufirmen müssen sich künftig an Fristen halten

Baufirmen müssen sich künftig an Fristen halten.

Quelle: dpa

Bauverträge

Häuslebauer können den Vertrag mit einem Bauunternehmer künftig innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Zudem müssen die Bauverträge mehr Details und klare Fristen enthalten. So muss die Baufirma unter anderem einen verbindlichen Termin angeben, zu dem das Gebäude fertig wird.

Streamingdienste

Abonnenten von Streamingdiensten wie Netflix, Sky Go oder Max­dome können ihre Abo-Dienste ab dem 20. März 2018 auch während des Urlaubs im EU-Ausland nutzen. Denn die bislang üblichen Ländersperren fallen durch eine Verordnung des EU-Parlaments weg. Die Regelung gilt allerdings nur bei vorübergehenden Aufenthalten im Ausland.

Pauschalreisen

Verbraucher profitieren ab dem 1. Juli 2018 bei Buchungen im Internet von zusätzlichem Schutz, wenn sie auf einem Buchungsportal für eine Reise mehrere unterschiedliche Leistungen im Paket buchen – beispielsweise einen Flug, ein Hotel und einen Mietwagen. Nicht zuletzt soll der Insolvenzschutz für geleistete Zahlungen besser werden. Außerdem hat der Urlauber künftig mehr Zeit, Reisemängel geltend zu machen. Die Frist dafür verlängert sich von einem Monat auf zwei Jahre.

Ping-Anrufe

Die Bundesnetzagentur will die Verbraucher besser vor Telefonabzocke mit sogenannten Ping-Anrufen schützen. Dabei versuchen Betrüger durch ein kurzes Klingeln auf dem Handy des Opfers, Rückrufe zu provozieren. Die dabei verwendeten Rufnummern sehen auf den ersten Blick zwar wie eine lokale Vorwahl aus, führen jedoch ins ferne Ausland. Ein Rückruf kann mehrere Euro pro Minute kosten. Um das zu verhindern, hat die Bundesnetzagentur angeordnet, dass in Mobilfunknetzen bis spätestens zum 15. Januar 2018 für 22 Länder eine kostenlose Preisansage geschaltet werden muss. Dadurch habe der Anrufer die Möglichkeit, das teure Telefonat abzubrechen, ohne dass für ihn Kosten entstehen, teilte die Behörde mit.

Von dpa/RND/ang

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