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Wirtschaft Daimler beurlaubt zuständigen Manager
Nachrichten Wirtschaft Daimler beurlaubt zuständigen Manager
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16:05 31.01.2018
Nach dem VW-Konzern hat auch der Autobauer Daimler seinen Schuldigen gefunden. Quelle: dpa
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Stuttgart/Fairfax

Die umstrittenen Abgasversuche an Affen haben nun auch bei Daimler personelle Konsequenzen. Der Mitarbeiter, der den Autobauer im Vorstand der Lobbyorganisation EUGT vertreten hatte, werde mit sofortiger Wirkung freigestellt, teilte Daimler am Mittwoch mit. Das habe der Vorstand entschieden. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll es sich dabei um Udo Hartmann handeln, den bisherigen Leiter der Abteilung Umweltschutz bei Daimler.

Daimler hat nach eigenen Angaben eine Untersuchung eingeleitet und lässt sich dabei von einer externen Kanzlei unterstützen. Man sei erschüttert über Art und Durchführung der Studien, hieß es. „Wir werden den Sachverhalt lückenlos aufklären und sicherstellen, dass sich derartige Vorgänge nicht wiederholen“, betonte Daimler. Am Vortag hatte Volkswagen bereits seinen Cheflobbyisten Thomas Steg beurlaubt. BMW hat sich bislang nicht zu möglichen Folgen geäußert.

Umstrittene Tests mit Affen und Menschen

Die Autoindustrie hatte Wissenschaftler eingespannt, die mit der Lobbyorganisation EUGT – der Europäischen Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor – Gesundheitsgefahren von Dieselabgasen verharmlost haben sollen. Dabei waren auch Affen mehreren Tests ausgesetzt. Darüber hinaus förderte die Initiative eine Studie der Universität Aachen zur Stickstoffdioxid-Belastung am Arbeitsplatz - Probanden waren 25 Menschen. BMW, Daimler, VW und Bosch hatten die EUGT gemeinsam gegründet, Bosch stieg 2013 aus.

VW will Dokumente zu Affentests nicht vor Gericht verwenden

In den USA kämpft Volkswagen mit harten Bandagen gegen die Verwendung von Dokumenten zu den Affen-Experimenten bei einem Gerichtsverfahren. Seit Monaten liefert sich die US-Tochter des deutschen Autobauers einen juristischen Schlagabtausch mit Klägeranwälten, um zu verhindern, dass die Unterlagen zu den Tierversuchen bei einem Prozess zum Einsatz kommen. „Wir werden den Rechtsstreit nicht kommentieren“, teilte VW auf Nachfrage mit.

Bereits am 13. Oktober 2017 stellten die VW-Anwälte einen Antrag, die Studie vom Verfahren auszuschließen. Darin hieß es: „Das einzige Ziel des Klägers ist es, eine scharfe und emotionale Reaktion der Jury hervorzurufen, in der Hoffnung, dass diese VW Amerika für etwas bestrafen, dass mit den Klägern gar nichts zu tun hatte.“ Den letzten derartigen Antrag reichte VW am 26. Januar ein.

Von dpa/RND/ang

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