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Wirtschaft DAK-Report für Sachsen: Stress am Arbeitsplatz verdoppelt Risiko für Herzkrankheiten
Nachrichten Wirtschaft DAK-Report für Sachsen: Stress am Arbeitsplatz verdoppelt Risiko für Herzkrankheiten
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18:36 09.09.2015

Das sind die wesentlichen Aspekte des DAK-Gesundheitsreports 2012 für Sachsen. "Das sogenannte Jobwunder hat seinen Preis", erklärte die Regionalchefin der Versicherung, Ute Goltzsche.

Laut Report lag der durchschnittliche Krankenstand 2011 bei 4,1 Prozent aller Beschäftigten. Im Schnitt waren damit an jedem Tag 41 Mitarbeiter je 1000 Beschäftigte krank. Im Vorjahr waren es noch 3,9 Prozent. Der Krankenstand war damit im vergangenen Jahr so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Jeder Beschäftigte fehlte durchschnittlich 15 Tage wegen Krankheit. Erkrankungsdauer und Erkrankungshäufigkeit lagen in Sachsen über dem Bundesdurchschnitt. Der Krankenstand sei von verschiedenen Faktoren abhängig. Leiharbeiter und Minijober seien besonderen Belastungen ausgesetzt, außerdem würden die Belegschaften im Schnitt immer

Die DAK hat in Sachsen nach eigenen Angaben mit rund 188000 Versicherten etwa einen Marktanteil von sieben Prozent. Bei der AOK plus mit mehr als zwei Millionen Versicherten in Sachsen war der Krankenstand im vergangen Jahr erstmals seit 2006 um 0,4 Punkte auf 4,2 Prozent gesunken. Die Differenzen hängen unter anderem mit der unterschiedlichen Branchenstruktur bei den jeweiligen Kassenmitgliedern zusammen. Die DAK versichert vor allem Mitarbeiter aus dem Angestellten-Bereich im Dienstleistungssektor.

Die meisten Krankentage entfielen auf Probleme mit dem Muskel-Skelett-System wie Rückenschmerzen (20,6 Prozent), dem Atmungssystem (17,5 Prozent) und Verletzungen wie Knochenbrüche (15,3 Prozent). Auf Platz 4 landeten die psychischen Erkrankungen, die auch im vergangenen Jahr mit einem Anstieg von 12 Prozent wieder am deutlichsten zulegten.

Besonderes Augenmerk schenkte die DAK den Herzerkrankungen. Und hier gab es eine klare Botschaft: ungesunde Arbeitsbedingungen verdoppeln das Risiko für lebensgefährliche Krankheiten wie den Herzinfarkt. Aufgrund des medizinischen Fortschritts sei die Zahl der Todesfälle zwar rückläufig - 2010 verstarben in Sachsen 4224 Personen an einem Infarkt - dennoch müsse gerade mit Blick auf die Alterung der Belegschaften mehr für die Prävention getan werden, für die die DAK ein betriebliches Gesundheitsmanagement anbietet. Neben den klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Diabetes, so erklärte der Chefarzt des Dresdner Zentrums für ambulante Rehabilitation Herz-Kreislauf, Hermann Fischer, müssten auch psychosoziale Faktoren stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Dabei geht es vor allem um die Arbeitsbedingungen.

Die Experten sprechen von Gratifikationskrise und meinen damit ein Ungleichgewicht zwischen Verausgabung und Belohnung. Für die Beschäftigten sieht das so aus: Sie leiden auf der einen Seite unter Zeitdruck, Störungen durch Telefon, E-Mail und Kollegen, Überstunden sowie vermehrtes Arbeitsvolumen. Auf der anderen Seite fehlt es am Lohn für die Mühe durch die Anerkennung von Vorgesetzten und Kollegen, gerechte Behandlung oder Arbeitsplatzsicherheit. Besonders kritisch: Das Herzinfarkt-Risiko steigt bei über 50-Jährigen deutlich an. Die medizinischen Ursachen entstehen aber schon viel früher. Ingolf Pleil

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.05.2012

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