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Commerzbank in Dresden auf Kundenfang

Filialnetz bleibt unangetastet Commerzbank in Dresden auf Kundenfang

Die Commerzbank geht auch in der Region Dresden weiter erfolgreich auf Kundenfang. In Dresden, Radebeul, Riesa, Meißen und Pirna betreut sie knapp 124 100 Privat- und Geschäftskunden. Anders als viele Mitbewerber hält das Geldhaus an seinem Filialnetz fest. Parallel dazu baut es seine Struktur um, Personal ab und digitale Angebote auf. Das Ergebnis 2016 war solide, 2017 sollen mitten im Niedrigzinstal vor allem neue Kunden mehr Erträge bringen.

Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus will mit mehr Kunden mehr Geld verdienen. Es hält fest an seinen bundesweit 1000 Filialen und treibt die digitalen Prozesse stark voran. In und um Dresden gibt es sieben Commerzbank-Filialen.

Quelle: picture alliance/dpa

Dresden. „Solide Geschäfte“ – diese Zusammenfassung des zurückliegenden Geschäftsjahres durch Commerzbank-Chef Martin Zielke gilt auch für die Region Dresden. Hier, so der Leiter des Privat- und Firmenkundengeschäfts, Joachim Hecker, hätten das kostenlose Girokonto und das Bekenntnis zum Erhalt des Filialnetzes den Ausschlag für einen gediegenen Kundenzuwachs gegeben. „Wir verdienen damit tatsächlich Geld“, erklärte Hecker am Donnerstag in Dresden, und führte aus, dass trotz Wechselprämien, Werbeprämien und diverser anderer Startkosten langfristig Erträge winken, wenn Kunden bei der Stange bleiben und einen immer größeren Teil ihrer Geschäfte über die Niederlassung Dresden abwickeln. Die beschäftigt in ihren sieben Filialen 163 Mitarbeiter und dazu 32 als Firmenkundenbetreuer. Dass jeder 5. Kunde heute sein Konto online eröffne, ändere nichts daran, dass die Filialen für direkte Beratung unangetastet blieben. „Filialen sind unser Rückgrat für Wachstum – gerade jetzt, da sich Wettbewerber zurückziehen“, sagte Hecker.

4400 Kunden seien allein im vergangenen Jahr neu hinzugekommen, derzeit betreut die Commerzbank zwischen Pirna und Riesa insgesamt 124100 Kunden. Den größten Zuwachs gab es im Dezember, als die ersten Mitbewerber verkündeten, für Bargeldabhebungen am Automaten Gebühren zu verlangen. 97 600 sind Privatkunden, 25 100 Geschäftskunden mit einem Jahresumsatz bis zu 2,5 Millionen Euro. Die Zahl der Geschäftskunden unter Heckers Fittichen wird wachsen, denn künftig wird er sich mit seinem dichteren Filialnetz auch um Firmenkunden mit einem Jahresumsatz bis zu 15 Millionen Euro kümmern. Der Privatsektor der gelben Bank ist derzeit an bundesweit 330 Standorten vertreten, fünf sind es in der Region.

Die Digitalisierungsstrategie „Commerzbank 4.0“ bringt auch vor Ort absehbar einen Personalabbau. Wie umfangreich der ausfällt, dürfte frühestens zum Jahresende konkreter werden, die Verhandlungen zwischen Management und Arbeitnehmerseite haben gerade erst begonnen. Bis 2020 sollen dazu 9600 der zuletzt gut 45 000 Vollzeitstellen gestrichen werden. Zugleich will die Bank 2300 neue Arbeitsplätze in Einheiten im In- und Ausland schaffen.

Ziel des Umbaus: schlankeres Backoffice, intelligente Buchungsabläufe und am Ende eine Plattform, auf die Mitarbeiter wie Kunden zugleich und in Echtzeit zugreifen. Schon heute, so Hecker, gebe es einfach zu bedienende Apps am Markt, mit denen sich Baufinanzierungen, Kreditanfragen und ab nächster Woche auch Ratenkredite am Smartphone abrufen lassen. „Sie können mit der App vor Ihr Wunschhaus treten, es ablichten, einspeisen und die App sagt Ihnen, ob Sie es sich leisten können“ schwärmte der Manager. Auch durch solche Online-Offerten soll das Bauvolumen bis 2020 um 40 Prozent wachsen. Im vergangenen Jahr habe die Immobilienfinanzierung in der Region einen weiteren Sprung erlebt. Das Neukundengeschäft habe um gut elf Prozent von 180 Millionen Euro (2015) auf 204 Millionen Euro (2016) zugelegt. Auch das Wertpapiergeschäft sei gewachsen: „26,8 Millionen Euro haben die Kunden neu angelegt“, erklärte Hecker.

Natürlich müssen auch die Commerzbankmanager schauen, wie sie ihr Haus durch die Niedrigzinsphase bringen. In der Niederlassung Dresden verwaltet das Geldinstitut 1,2 Milliarden Euro von Privatkunden – davon stehen nur 862 Millionen Euro als Kredite in den Büchern. Macht einen Überhang an liquiden Mitteln von 338 Millionen Euro, der irgendwo gewinnbringend angelegt werden muss. Und das in Zeiten, in denen zum Brexit und zu Trumps Protektionismus auch noch Wahlen in Frankreich und Deutschland anstehen, die allesamt den Markt erschüttern können.

Im Firmenkundengeschäft, das in der Niederlassung Dresden Burkhard von der Osten betreut, haben die politischen Rahmenbedingungen einen noch höheren Stellenwert. Denn hier werden nun Kunden mit einem Jahresumsatz von 15 Millionen bis zu einer Milliarde Euro betreut. Im Segment von 100 Millionen Euro aufwärts lassen 50 und 85 Prozent der Firmen ihre Geschäfte über die Commerzbank laufen, so der Manager. Dünner werde es im Segment unter 100 Millionen, weil sich da auch Volksbanken und Sparkassen tummeln. „Hier wollen wir angreifen“, erklärt von der Osten. 2016 habe die Bank 40 neue Firmenkunden gewonnen, ein Anstieg um sechs Prozent auf 2500. Wie sich die geplante Fusion von Firmenkunden- und Investmentbereich der Commerzbank auf die künftigen Zahlen vor Ort auswirkt, bleibt abzuwarten. Klar sei, dass auch hier mehr Neukunden die Ertragsausfälle durch die Nullzinspolitik der EZB auffangen sollen und parallel dazu Digitalisierung und Umbau Einspareffekte befördern sollen.

http://filialsuche.commerzbank.de/de/city/Dresden

 

Von Barbara Stock

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