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Wirtschaft Chinesen wollen Autozulieferer Grammer schlucken
Nachrichten Wirtschaft Chinesen wollen Autozulieferer Grammer schlucken
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10:31 29.05.2018
Grammer ist bekannt für die Produktion von Autositzen. Quelle: dpa
Amberg

Der Autozulieferer Grammer steht womöglich kurz vor einer Übernahme durch den chinesischen Großaktionär Ningbo Jifeng. Das Unternehmen bestätigte am frühen Dienstagmorgen in Amberg fortgeschrittene Verhandlungen, die zu einem freiwilligen Übernahmeangebot an die Aktionäre der Grammer AG führen könnten.

Der chinesische Konzern habe dabei einen Preis von 60 Euro plus der vorgeschlagenen Dividende von 1,25 Euro in Aussicht gestellt. Grammer würde damit mit knapp 772 Millionen Euro bewertet.

Gutes Angebot für Aktionäre

An der Börse kostete die im SDax notierte Aktie zuletzt 51,30 Euro. Die mögliche Barofferte von 60 Euro wäre also ein Aufschlag von knapp 17 Prozent zum Xetra-Schluss vom Montag.

„Es ist derzeit noch nicht abzusehen, ob die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden können und ein Übernahmeangebot erfolgen wird“, hieß es weiter. „Die Grammer AG prüft im besten Unternehmensinteresse strategische Handlungsoptionen und wird den Kapitalmarkt und die Öffentlichkeit über den Fortgang der Verhandlungen entsprechend den rechtlichen Anforderungen informieren.“

Chinesen halten derzeit ein Viertel der Aktien

Ningbo Jifeng hält aktuell etwas mehr als ein Viertel der Grammer-Aktien und müsste also jetzt noch mal rund 578 Millionen Euro auf den Tisch legen, um das Unternehmen komplett zu übernehmen. Das bayerische Unternehmen hatte die Chinesen Anfang 2017 im Kampf gegen eine mögliche Übernahme durch die umstrittene bosnische Investorenfamilie Hastor an Bord geholt. Diese hält derzeit etwas mehr als 9 Prozent.

Grammer ist unter anderem bekannt für die Produktion von Autositzen, aber auch Busse und Bahnen stattet das Unternehmen aus. Im Jahr 2016 erzielte die Aktiengesellschaft einen Umsatz von knapp 1,7 Milliarden Euro.

Einkaufstour geht weiter

Die Liste der Beteiligungen oder Firmenübernahmen durch chinesische Investoren ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Besonders die Übernahme des Roboterherstellers Kuka sowie der Kauf von Anteilen an Daimler und der Deutschen Bank hatten für Aufsehen gesorgt.

Von dpa/RND/ang