Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft Chefvolkswirtin: Fed erhöht US-Leitzinsen bis 2018
Nachrichten Wirtschaft Chefvolkswirtin: Fed erhöht US-Leitzinsen bis 2018
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:13 12.12.2015
Das Gebäude der US-Notenbank in Washington, DC. Quelle: Matthew Cavanaugh
Paris

Eine Anhebung des Leitzinses in den USA in der kommenden Woche wäre nach Einschätzung der Chefvolkswirtin der französischen Großbank Société Générale, Michala Marcussen, der Auftakt für weitere Zinsschritte.

Die Expertin rechnet zunächst mit einer Erhöhung des US-Leitzinses, der seit der Finanzkrise 2008 praktisch bei null liegt, um 0,25 Prozentpunkte.

Bis 2018 könnten anschließend weitere Anhebungen bis auf ein Niveau von 2,75 Prozent erfolgen. "Dann hat der US-Konjunkturzyklus seine Reife erreicht", sagte Marcussen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Für die Eurozone geht sie hingegen in den nächsten fünf Jahren von keinen höheren Leitzinsen aus.

Die amerikanische Notenbank Fed entscheidet am Mittwoch (16. Dezember) über ihre weitere Zinspolitik. Zuletzt hatte sie die wegen sinkender Arbeitslosenzahlen seit längerem in Aussicht gestellte Anhebung mehrfach aufgeschoben. "Aber inzwischen fühlt sich die Fed immer unwohler mit dem Gedanken, dass sie möglicherweise zu spät die Zügel anzieht", meinte Marcussen.

Derzeit liegen die Zinsen in wichtigen Wirtschaftsräumen wie den USA, der Eurozone und Japan auf historischen Tiefständen. Ein Kurswechsel der Fed wird daher angesichts der schwer einzuschätzenden Folgen für die globalen Finanzmärkte mit besonderer Spannung erwartet.

Für den Euroraum hatte die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang Dezember eine weitere Lockerung der Geldpolitik beschlossen. Die Erwartungen vieler Analysten wurden jedoch nicht erfüllt, an den Aktienmärkten kam es zu deutlichen Verlusten. Marcussen betonte, die Anleger würden die fortgesetzte Geldschwemme inzwischen nicht mehr uneingeschränkt begrüßen, sondern zunehmend das schwache Wachstum und die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Ländern der Eurozone mit in Betracht ziehen.

Deswegen sei auch 2016 mit Schwankungen an den Börsen zu rechnen. Als Unsicherheiten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Europa sieht Marcussen vor allem einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU ("Brexit") sowie einen plötzlichen Anstieg des Ölpreises.

Die jahrelange lockere Geldpolitik - Niedrigzinsen in Verbindung mit massiven Anleihekäufen der EZB und anderer Zentralbanken - gilt als problematisch, weil im Fall einer überraschend hereinbrechenden Krise klassische Gegenmittel wie Zinssenkungen nicht zur Verfügung stehen. Marcussen hält es deshalb für sehr wahrscheinlich, dass in so einem Szenario das Tabu der Staatsfinanzierung über die Notenpresse gebrochen würde.

"Das wäre das nächste unorthodoxe Instrument, das zum Einsatz kommen könnte, wenn wir in eine neue Krise geraten", glaubt die aus Dänemark stammende Ökonomin. Eine solche Haushaltspolitik mit Hilfe der Notenbanken sei aber nicht grundsätzlich abzulehnen, wenn öffentliche Gelder "sinnvoll und effizient investiert" würden, um die Nachfrage bei Verbrauchern und Unternehmen anzukurbeln.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wegen seiner spektakulären Firmenübernahmen in aller Welt gilt Guo Guangchang als "Warren Buffett Chinas". Nun war der Milliardär vorübergehend von der Bildfläche verschwunden. Hat Peking seine Finger im Spiel?

11.12.2015

Verdi versucht, Amazon mit Streiks im Weihnachtsgeschäft unter Druck zu setzen. Zudem geht die Gewerkschaft gerichtlich gegen Sonntagsarbeit in Leipzig vor. Mit Erfolg. Amazon verspricht indes: Niemand werde auf seine Weihnachtsgeschenke verzichten müssen.

11.12.2015

Die Deutsche Bahn plant angeblich, von 2017 an die Fahrpreise im Fernverkehr wieder regelmäßig zu erhöhen. Die "Stuttgarter Zeitung" (Samstag) berichtete unter Berufung auf vertrauliche Unterlagen der Bahn-Führungsebene, das Staatsunternehmen wolle die Tickets für ICE, Intercity und Eurocity bis 2020 "in jedem Jahr zwischen 1,9 und 2,9 Prozent" verteuern.

11.12.2015