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Wirtschaft Bundesregierung sorgt sich um Ernteausfälle
Nachrichten Wirtschaft Bundesregierung sorgt sich um Ernteausfälle
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15:43 06.07.2018
Wegen der großen Hitze und zu wenig Regen gab es einen außergewöhnlich frühen Erntebeginn. Die Körner sind aber oft noch viel zu klein. Quelle: dpa
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Berlin

Die Bundesregierung hat sich besorgt über die wetterbedingten Ernteprobleme der deutschen Bauern gezeigt, will aber über Hilfen erst nach den Ernteberichten im August entscheiden. Dann werde man die Lage bewerten, sagte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin. „Das Ganze ist mit Sorge zu betrachten“, sagte sie. Zuständig seien in erster Linie die Länder.

Der Deutsche Bauernverband erwartet wegen der langen Trockenheit in vielen Teilen Deutschlands große Ernteausfälle und verlangt Hilfen für Landwirte. Existenzen seien bedroht, vor allem wegen Ausfällen bei der Getreideernte, warnte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes.

Zu viel Hitze, zu wenig Regen

Die Getreideernte wird laut Bauernverband mit 41 Millionen Tonnen unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von knapp 48 Millionen Tonnen liegen. Wegen des schwierigen Wetters vor allem im Norden und Osten Deutschlands mit zu viel Hitze und zu wenig Regen gab es einen außergewöhnlich frühen Erntebeginn. Die Körner seien nicht ausreichend gereift und viel zu klein. Teilweise sei die Ernte gar nicht eingeholt, sondern gleich gehäckselt worden, hieß es.

„Das Wetter war in manchen Teilen Deutschlands in diesem Jahr eine echte Herausforderung: Nach einem nassen Winterhalbjahr folgte ein kalter Start ins Frühjahr“, begründete Rukwied die Entwicklung. „Im April war der Frühling zu warm und viel zu trocken – dieser Wetterwechsel hat viele Kulturen stark gestresst“, betonte Rukwied.

Rukwied verlangte für die Landwirte Hilfe bei ihrer Liquiditätssicherung. Sie müssten in wirtschaftlich guten Zeiten steuerfreie Rücklagen zum Risikoausgleich bilden können. Die wirtschaftliche Situation für die Landwirte werde angesichts der geringeren Erntemenge und der nicht entsprechend steigenden Preise schwierig.

Von dpa/RND

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