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Wirtschaft Brexit: Diese deutschen Branchen leiden am meisten
Nachrichten Wirtschaft Brexit: Diese deutschen Branchen leiden am meisten
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16:24 07.03.2017
Trübe Aussichten – nicht nur für die britische Wirtschaft, sondern auch für mehrere deutsche Branchen birgt der Brexit Risiken. Quelle: AP
Hannover

Das Vereinigte Königreich (UK) ist der drittwichtigste Exportmarkt Deutschlands. Laut der Deloitte Analyse „Die Vernetzung deutscher Sektoren mit dem Vereinigten Königreich“ aus der Studienreihe Brexit Briefings sind dort besonders DAX-Konzerne stark engagiert. Vor allem die Automobilindustrie, die Verkehrs- und Logistik-Branche, das Finanz- und Versicherungswesen sowie der Handel und der Energiesektor generieren entweder hohe Umsätze oder haben hohe Mitarbeiterzahlen in UK aufweisen.

Deloitte hat in seiner Analyse die 160 Unternehmen berücksichtigt, die intensive Geschäftsbeziehungen zu Großbritannien pflegen. Um die von Deloitte deklarierten „intensiven Geschäftsbeziehungen“ zu führen, müssen mindestens 100 Personen für das Unternehmen in UK arbeiten oder dort in einem Tochterunternehmen beschäftigt sein. Um möglichst viele Branchen abzubilden, wurden entsprechend der Größe der ausgewerteten Unternehmen die Mitarbeiterzahlen hochgerechnet. So kommt der Wirtschaftsprüfer auf eine Zahl von 400.000 Personen, die in Großbritannien für ein deutsches Unternehmen arbeiten.

28 der DAX-30 sind in Großbritannien engagiert

Insgesamt erzielen die ausgewerteten Unternehmen mit 150 Milliarden Euro knapp ein Zehntel ihres Gesamtumsatzes auf der Insel. Allein 91 Milliarden Euro entfallen dabei auf die DAX-Unternehmen, die zudem mit 200.000 Beschäftigten die Hälfte aller für deutsche Firmen tätigen Arbeitnehmer in UK stellen. Kommt es zu einem harten Brexit, wären die Herausforderungen entsprechend drastisch für die betroffenen Unternehmen.

„28 der DAX-30-Unternehmen haben mindestens eine Tochtergesellschaft in UK. Diese vereinen fast zwei Drittel sämtlicher britischer Umsätze deutscher Firmen auf sich. Ein harter Brexit würde daher insbesondere sie treffen“, erklärt Alexander Börsch, Chefökonom und Leiter Research bei Deloitte.

Die Gesamtzahlen beeindrucken und bereiten im Hinblick auf die Abspaltung gleichermaßen Sorgen. Ein Blick auf die einzelnen Branchen zeigt die Bedeutung des britischen Markts für deutsche Unternehmen.

Automobil- und Energieindustrie bei den Umsätzen führend

Die deutsche Automobilindustrie generiert mit mehr als 40 Milliarden Euro mehr als ein Viertel der Umsätze deutscher Firmen in UK. Der Energiesektor mit einer Umsatzhöhe von 24,3 Milliarden liegt bei dieser Auswertung auf Platz zwei, gefolgt von dem Verkehrs- und Logistiksegment mit 20,6 Milliarden Euro. Weitere umsatzstarke Branchen sind das Finanz- und Versicherungswesen (20 Milliarden Euro) sowie der Handel (18,7 Milliarden Euro).

Verkehrs- und Logistikbranche mit den meisten Mitarbeitern

Eine andere Reihenfolge ergibt sich, wenn man einen Blick auf die Mitarbeiterzahlen wirft: Unter den 400.000 Arbeitnehmern sind knappe 36.000 im Automobil- sowie gute 25.000 im Energiesektor tätig. Mit fast 96.000 Angestellten dominiert der Bereich Verkehr und Logistik die Statistik deutlich. Unternehmen dieses arbeitsintensiven Sektors sind bei einem harten Brexit somit besonders betroffen. Weitere Branchen mit hohen Mitarbeiterzahlen sind die Finanz- und Versicherungsbranche (59.000) sowie der Handel (44.000).

„Ein Ausscheiden der Briten aus der EU würde die deutsche Automobilbranche besonders stark treffen, da statistisch nahezu jeder zweite verkaufte Pkw in UK ein Modell eines deutschen Herstellers ist. Insbesondere hochpreisige Marken hätten dann aufgrund von Besteuerung und Zöllen mit sinkenden Margen und Volumen zu kämpfen – mit den entsprechenden Konsequenzen für alle Beteiligten“, analysiert Thomas Schiller, Partner und Leiter Automotive bei Deloitte.

Von RND/fw

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