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Wirtschaft Blei in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern – Verstöße nehmen zu
Nachrichten Wirtschaft Blei in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern – Verstöße nehmen zu
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12:33 30.11.2016
Rosmarin, Dill und Oregano sind häufig mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Dies ergab die aktuelle Studie des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Quelle: dpa
Berlin

Verbraucherschützer haben in mehr als jedem zehnten Modeschmuckstück mehr gesundheitsschädliches Blei als erlaubt gefunden. Bei einer untersuchten Kette sei der Verschluss sogar vollständig aus Blei gefertigt gewesen, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am Mittwoch in Berlin mit. Die Kontrolleure fanden in 32 von 262 Schmuckstücken Bleiwerte oberhalb des geltenden Höchstgehalts von 500 Milligramm pro Kilogramm. Bei 26 Proben war zudem der Cadmiumgehalt zu hoch.

Die Schwermetalle können ernsthaft krank machen, wenn sie über längere Zeit aufgenommen werden. Die Ergebnisse zeigten, dass billiger Modeschmuck häufig problematisch sei, sagte die Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV), Juliane Becker. Gefahr entstehe vor allem, wenn der Schmuck verschluckt werden könne. „Dann sind schwerwiegende, sogar tödliche Vergiftungen möglich.“

Im vergangenen Jahr hatten die Experten unter anderem herausgefunden, dass Stecker von Modeschmuck mehr allergieauslösendes Nickel als noch vor einigen Jahren enthielten.

Rosmarin, Dill und Oregano häufig mit Pflanzenschutzmitteln belastet

Bestimmte Küchenkräuter sind häufig mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Bei den amtlichen Kontrollen des vergangenen Jahres seien die gesetzlich geltenden Grenzwerte von neun Prozent der Rosmarin-Proben überschritten worden, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresberichts zu den bundesweiten Verbraucherschutzuntersuchungen mit. Gleiches gelte für 7,6 Prozent der Dill- und 6,5 Prozent der Oregano-Proben.

In den Kräuterproben ließen sich demnach in mehr als 90 Prozent der Fälle außerdem auch Aluminiumrückstände nachweisen, bei mehr als der Hälfte der Fälle lagen diese über dem bei unbehandelten Lebensmitteln typischen Maß. Der Grund dafür könnte in der Verwendung aluminiumhaltiger Pflanzenschutzmittel oder auch in einer Aluminiumanreicherung in den Böden der Anbaugebiete liege, erklärte das für die Überwachung zuständige Bundesamt.

Weil Kräuter üblicherweise nur in geringen Mengen gegessen würden, stellten die Pflanzenschutzmittelreste und der relativ hohe Aluminiumgehalt „kein unmittelbares Risiko“ dar, betonte das BVL. Trotzdem seien die Erzeuger in der Pflicht, erklärte dessen Präsident Helmut Tschiersky. „Auch wenn durch diese Produktkategorie kein akutes Risiko für die Verbraucher besteht, müssen die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.“

Die Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern warnten außerdem vor häufig überhöhten Schwermetallbelastungen bei preiswertem Modeschmuck. Zwölf Prozent der untersuchten Produkte aus dieser Kategorie hätten Bleiwerte oberhalb des erlaubten Grenzwerts aufgewiesen. Bei zehn Prozent sei der Cadmiumgehalt zu hoch gewesen. Werden Schwermetalle über längere Zeit in großen Mengen in den Körper aufgenommen, können sie schwere Erkrankungen auslösen.

Verstöße gegen Kennzeichnung von Lebensmitteln nehmen zu

Verstöße gegen die Pflicht zur Kennzeichnung von Lebensmittel-Inhaltsstoffen haben im vergangenen Jahr erheblich zugenommen. Bei den Betriebskontrollen sei die Beanstandungsquote von 17,9 Prozent im Jahr 2014 auf 26,1 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am Mittwoch in Berlin mit.

Die erhöhte Beanstandungsquote sei auf das Inkrafttreten der Lebensmittelinformationsverordnung im Dezember 2014 zurückzuführen. Seitdem müssen bestimmte Angaben, insbesondere zu Zutaten, die Allergien und Unverträglichkeiten beim Verbraucher auslösen können, besser kenntlich gemacht werden.

Die Lebensmittelüberwachung hatte nach eigenen Angaben 2015 ein verstärktes Augenmerk auf die Einhaltung der neuen Bestimmungen gelegt. Insbesondere kleinere Hersteller wie Bäckereien, Metzgereien und Eisdielen sowie gastronomische Betriebe seien dabei durch eine ungenügende Allergenkennzeichnung aufgefallen.

Von RND/dpa/afp/epd

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