Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft Ausmaltrend: Stiftehersteller fahren Sonderschichten
Nachrichten Wirtschaft Ausmaltrend: Stiftehersteller fahren Sonderschichten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:47 04.04.2016
Eine Seite im Ausmalbuch für Erwachsene «Mein phantastischer Ozean» von Johanna Basford. Wegen des derzeitigen Ausmaltrends unter Erwachsenen werden in den Werken der drei Stiftehersteller in Mittelfranken (Bayern) Sonderschichten gefahren. Quelle: Patrick Pleul
Nürnberg

Wegen des derzeitigen Ausmaltrends unter Erwachsenen fahren die deutschen Stiftehersteller Sonderschichten. Das Nürnberger Unternehmen Staedtler produziere momentan im Drei-Schicht-System rund um die Uhr sechs Tage die Woche, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir haben auch schon Pläne, die Produktion auszuweiten. Derzeit sind wir am Limit", betonte sie. Den Bedarf auch weiterhin decken zu können, sei eine "kleine Herausforderung".

Im rund zehn Kilometer entfernten Heroldsberg setzt auch Stabilo-Schwan auf Sonderschichten. Der Hersteller verzeichne "durch den weltweiten Megatrend Malen" ein zweistelliges Umsatzwachstum bei Bunt- und Fasermalern. "Die Sonderschichten laufen im Rahmen unserer flexiblen Arbeitszeitmodelle", sagte eine Sprecherin. Da man das Thema "Creative Coloring" bereits frühzeitig als Trend erkannt habe, habe man nun Freiräume bei der Planung.

Ebenfalls vor den Toren Nürnbergs, in Stein im Landkreis Fürth, werden auch beim Schreibwarenhersteller Faber-Castell mehr Schichten als üblich gefahren. "Gegenüber dem Vorjahr konnten wir unsere Kapazitäten aufgrund der weltweit hohen Nachfrage nach Künstler-Buntstiften signifikant steigern", betonte eine Sprecherin. Den "Buntstift-Ansturm" könne man aber dank maximaler Flexibilität in der Fertigung gut abfedern. Zu Lieferengpässen solle es nicht kommen, "auch wenn es bei dem ein oder anderen ausgewählten Produkt in der gesamten Lieferkette durchaus eng werden kann".

Bei Lyra in Nürnberg wird der Run auf die Stifte mit Doppelschichten und Samstagsarbeit abgefedert. Mit Investitionen in den Maschinenpark und einer Aufstockung des Personals weite man die Produktion derzeit auch aus, sagte ein Sprecher.

Der Aufschwung kommt für die Branche recht unverhofft: Eigentlich beschäftigen sich die Stiftehersteller seit Jahren mit den Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung - sie könnte dazu führen, dass immer weniger Menschen mit der Hand schreiben und dafür Stifte benötigen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wird es 2017? Oder 2018? Oder 2019? Zum Eröffnungstermin des Hauptstadtflughafens gehen die Meinungen auseinander.

03.04.2016

Es schien eine klare Sache: Im Streit um gut verzinste Bausparverträge gab ein Gericht nach dem anderen den Geldinstituten recht, die Sparer hatten das Nachsehen. Dann ein Paukenschlag aus Stuttgart - nun gab es wieder eine andere Entscheidung.

03.04.2016

Die Mehrheit der Deutschen kann sich einer Umfrage zufolge ein Pfand auf die beliebten Kaffeekapseln vorstellen. 53 Prozent der Befragten sprachen sich in einer repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov für ein solches System aus.

03.04.2016