Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft Aktien-Profis sind sicher: Deutschland wird nicht Weltmeister
Nachrichten Wirtschaft Aktien-Profis sind sicher: Deutschland wird nicht Weltmeister
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:17 07.06.2018
Fußball-WM in Russland: Für die Volkswirte der Deka-Bank steht fest, wer Weltmeister wird. Quelle: Imago
Anzeige
Frankfurt am Main.

Die Ökonomen der Dekabank befassen sich normalerweise mit Aktienanalysen und Marktberichten – doch zur Fußball-WM haben sich die Zahlenexperten einmal angesehen, wie die Chancen der deutschen Nationalmannschaft auf den Titelgewinn stehen. Das Ergebnis ihrer nicht ganz ernst gemeinten Analyse zu dem Turnier in Russland (14.6.-15.7.): Deutschland hat eine Chance von 7,3 Prozent, den Titel zu verteidigen und zum fünften Mal Weltmeister zu werden. Nur Brasilien hat mit 7,7 Prozent Wahrscheinlichkeit etwas bessere Karten.

Ermittelt wurde diese Quote mit standesgemäßer Akribie: Anhand früherer Turniere haben die Deka-Volkswirte mit Hilfe hochkomplexer Modellrechnungen die Wahrscheinlichkeit von Sieg oder Niederlage berechnet: „Auf Basis dieser Wahrscheinlichkeiten wurden 10.000.000 Turnierverläufe simuliert und ausgewertet“, schreiben sie. Allerdings: Treffsicher sind die Prognosen der Volkswirte nicht immer. 2014 waren sich viele Ökonomen einig, dass Gastgeber Brasilien als Turniersieger vom Platz gehen würde. Doch nach dem historischen 1:7 gegen den späteren Weltmeister Deutschland platzte für die Seleção schon im Halbfinale der Titeltraum.

Die Rolle des Zufalls wird unterschätzt...

Letztlich sei „der Einfluss des Zufalls (...) sehr groß, wird aber dennoch fast immer unterschätzt“, philosophierten Volkswirte der Berenberg-Bank und des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) bereits zur Fußball-WM 2014. „Glück und Pech treten in ganz unterschiedlichem Gewand auf: in Form von Pfostentreffern, Fehlentscheidungen des Schiedsrichters oder Verletzungen wichtiger Spieler. Nicht selten weitet sich anfängliches Glück oder Pech zum berühmten Momentum aus, das sich jedoch ebenso schnell wieder drehen kann.“

Auch die schier unerschöpflichen Fußball-Statistiken seien keine verlässliche Grundlage, stellen die Deka-Volkswirte in ihrer aktuellen Ausarbeitung ernüchtert fest: „Wie sehr (...) Statistiken in die Irre führen können, zeigt das Beispiel Englands, das immer wieder an Turnieren teilnehmen darf, ohne jemals ernsthaft Aussicht auf Erfolg zu haben.“

Kein Einfluss auf die Börsenkurse

Und egal wie sich das englische Team dieses Mal schlagen wird – die Börsenkurse wird das jedenfalls nicht beeinflussen. Davon ist zumindest Christian Klein, Professor für Unternehmensfinanzierung an der Universität Kassel, überzeugt: „Egal wie gut oder schlecht die Three Lions spielen, das lässt die Londoner Börse kalt.“ Das gelte auch für andere Nationen und Finanzmärkte. „Die Vermutung, Spielergebnisse von Nationalmannschaften würden über die nationale Stimmung auch die Kurse beeinflussen, ist hübsch, aber falsch.“

Trotz aller gesunden Skepsis gegenüber Statistiken: Die Bilanz der diesjährigen deutschen Vorrundengegner Mexiko, Schweden und Südkorea führen die fußballbegeisterten Wirtschaftsexperten um Deka-Chefökonom Ulrich Kater gerne zur Untermauerung ihres WM-Tipps an. „Machen wir uns nichts vor: Bei der Gruppenauslosung hatte Jogi Löw mal wieder den Papst in der Hosentasche. Es gibt keinen Zweifel am Gruppensieg der deutschen Nationalmannschaft.“

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Internationale Währungsfonds (IWF) steht offenbar vor dem Ausstieg aus dem Griechenland-Hilfsprogramm. Finanziell und politisch wäre das zu verkraften. Doch für Ministerpräsident Tsipras wäre einen Einigung zur Schuldenfrage ein Befreiungsschlag.

06.06.2018

In den Fahrzeugen ist eine vermutlich illegale Abgas-Software verbaut: Das Kraftfahrtbundesamt hat den Rückruf von weltweit 60.000 Audi-Fahrzeugen angeordnet, allein in Deutschland sind es 33.000.

06.06.2018

Der VW-Konzern sieht sich im Skandal um Abgastests an Affen entlastet. Nach monatelanger Untersuchung darf der beurlaubte Cheflobbyist Thomas Steg zurückkommen. Trotzdem soll sich einiges im Konzern ändern.

06.06.2018
Anzeige