Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft Aixtron-Übernahme hängt jetzt von Obama ab
Nachrichten Wirtschaft Aixtron-Übernahme hängt jetzt von Obama ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:19 19.11.2016
Der Streit um die Übernahme des Spezialmaschinenbauers Aixtron durch ein chinesisches Unternehmen landet nun auf dem Schreibtisch des scheidenden US-Präsidenten Barack Obama. Quelle: dpa
Anzeige
Herzogenrath

Wie Aixtron am späten Freitagabend mitteilte, habe die prüfende US-Behörde für Auslandsinvestitionen keine abschließende Freigabeentscheidung treffen wollen, da sie ungelöste US-nationale Sicherheitsbedenken als Hindernis sieht. Daher habe sie den Fall zur Entscheidung an den US-Präsidenten weiter verwiesen und wolle ihm gleichzeitig empfehlen, keine Freigabe zu erteilen. Dieser habe nun 15 Tage Zeit für die Entscheidung.

Die Empfehlung der US-Behörde an Aixtron und die chinesische Grand Chip Investment, das Vorhaben aufzugeben, lehnten beide Unternehmen ab. Vielmehr wollten sie weiterhin nach Lösungswegen suchen, um die Übernahme doch noch in trockene Tücher zu bringen.

Kaufangebot über 670 Millionen Euro

Die Amerikaner machen geltend, dass Produkte von Aixtron auch militärisch genutzt werden können. Daraufhin hatte das Bundeswirtschaftsministerium seine Unbedenklichkeitsbescheinigung gegen einen Verkauf nach China zurückgezogen.

Grand Chip Investment hatten Ende Juli ein 670 Millionen Euro schweres Kaufangebot für Aixtron abgegeben. Das Unternehmen mit Sitz in Herzogenrath stellt Produktionsmaschinen für die Chipindustrie her, hatte zuletzt aber unter Preisdruck und hohen Entwicklungskosten zu leiden und steckt daher in den roten Zahlen. Das Management hatte die Annahme der Offerte empfohlen.

Duin kritisiert Stopp des Aixtron-Verkaufs

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin hatte den Verkaufsstopp scharf kritisiert. „Ich kann mich den Bedenken gegen den Aixtron-Deal nicht anschließen“, sagte der SPD-Politiker der „Rheinischen Post“. Sicherheitsrisiken sehe er im Gegensatz zum Bundeswirtschaftsministerium nicht.

Es sei lange bekannt, dass die Anlagen von Aixtron zur Chipfertigung zivil und militärisch genutzt werden könnten. Das Unternehmen verkaufe seit Jahren seine Anlagen sowohl nach China als auch in die USA. „Ob ein Eigentümerwechsel an der Zulässigkeit solcher Geschäfte etwas ändert, erscheint mir zumindest erklärungsbedürftig“, sagte Duin der Zeitung.

Von dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige