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Wirtschaft ADAC rät von Diesel-Kauf ab
Nachrichten Wirtschaft ADAC rät von Diesel-Kauf ab
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11:11 29.06.2017
Die neuen Diesel-Modelle Euro 6D, die ab Herbst auf den Markt kommen, könnten die Abgaswerte auch auf der Straße einhalten, sagen ADAC-Experten voraus. Quelle: dpa
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Berlin

Seit dem VW-Abgasskandal stehen Diesel-Fahrzeuge in der Kritik. Sie stoßen zu viel Stickoxid (NOx) und Kohlenstoffdioxid (Co2) aus – das verpestet die Luft in den Städten, vielerorts werden Grenzwerte überschritten.

Weil viele Städte deshalb über Fahrverbote für Diesel-Autos nachdenken, hat der ADAC nun eine Warnung ausgesprochen. ADAC-Vize Ulrich Klaus Becker sagte gegenüber der „Zeit“: „Unsere Empfehlung ist, mit einem Neuwagenkauf eventuell noch zu warten, bis im Herbst Modelle mit dem Standard Euro 6D auf den Markt kommen.“ Laut Becker müssten Wagen mit dieser Abgasnorm die ab September geltenden strengeren Abgas-Tests nicht nur auf dem Prüfstand sondern auch auf der Straße erreichen.

Für die Autobauer ist das eine schlechte Nachricht. Seit Monaten bereits sinkt der Dieselanteil an den Neuzulassungen in Deutschland. Experten rechnen nun damit, dass die Empfehlung des ADAC die Diesel-Käufe weiter sinken lassen dürften.

Audi und BMW wollen Euro-5-Fahrzeuge nachbessern

Um dem Druck standzuhalten, haben die Autohersteller Audi und BMW am Mittwoch eingelenkt: Nach einem Treffen mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kündigten sie an, die Hälfte ihrer in Deutschland zugelassenen Euro-5-Dieselwagen technisch nachzurüsten.

Damit soll der Ausstoß gesundheitsschädlicher Stickoxide gesenkt werden. Welche Fahrzeuge modernisiert werden, entscheiden die Hersteller – sie sollen dann Kontakt mit den Autobesitzern aufnehmen. Nähere Einzelheiten zu den Nachbesserungen oder zur Frage der Finanzierung nannten die Autobauer noch nicht. Umweltschutzverbände sprachen von einer Scheinlösung.

Die möglichen Fahrverbote in Großstädten würden vor allem Diesel-Fahrzeuge treffen, die noch keine Euro-6-Norm haben. Nach Schätzungen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) wären das Anfang 2018 – wenn an manchen Tagen erste Fahrverbote greifen – knapp drei von vier Dieselautos (71,8 Prozent).

In diesen Städten droht ein Fahrverbot

In viele deutschen Städten wird derzeit über Fahrverbote für Diesel-Autos nachgedacht. Angeheizt wird die Diskussion von Klagen der Deutschen Umwelthilfe, weil vielerorts die Luftqualitätswerte überschritten werden. Eine Übersicht:

Stuttgart: Ab 2018 gelten bei Feinstaubalarm in Stuttgart verschärfte Regeln. Dann dürfen Dieselfahrzeuge, die nicht die Schadstoffklasse Euro 6 erreichen, bei Alarm nicht mehr in allen Stadtgebieten fahren. Allerdings gibt es an dieser Lösung viel Kritik: So wird erwartet, dass sich der Stuttgarter Gemeinderat am Donnerstag gegen die vom Land geplanten Fahrverbote ausspricht.

München: Auch der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat Überlegungen über ein Diesel-Fahrverbot in der Landeshauptstadt angestellt. Ganz freiwillig war das nicht: Der Bayrische Verwaltungsgerichtshof hat die Stadt und den Freistaat nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe dazu verdonnert. Käme Reiter mit seinen Plänen durch, könnte das je nach Auslegung des Fahrverbots auf unterschiedliche Schadstoffklassen das Aus für bis zu 170 000 Autos im Stadtgebiet bedeuten.

Hamburg: Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) möchte wegen der hohen Schadstoffbelastung ein 600 Meter langes Teilstück der Max-Brauer-Allee für Diesel-Autos und -Lastwagen unterhalb der Euro 6 Norm sperren. Gleiches gilt für Lkw auf einem rund 1,7 Kilometer langen Teilstück der Stresemannstraße. Wann das Verbot kommt, ist noch unklar. Es würde mehr als 70 Prozent aller in der Hansestadt zugelassenen Diesel-Fahrzeuge betreffen.

Düsseldorf: Die Stadt Düsseldorf muss bis spätestens Oktober 2017 die Schadstoffgrenzwerte für Dieselfahrzeuge einhalten – und dafür notfalls auch Fahrverbote verhängen. Dies entschied das Verwaltungsgericht Düsseldorf nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen das Land Nordrhein-Westfalen.

Von ang/RND/dpa

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