Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft 580.000 Arbeitslose rutschen sofort in Hartz IV
Nachrichten Wirtschaft 580.000 Arbeitslose rutschen sofort in Hartz IV
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:36 03.04.2017
Fast jeder vierte Arbeitslose bezieht trotz einer vorherigen versicherungspflichtigen Beschäftigung sofort Hartz IV. Quelle: dpa
Anzeige
Saarbrücken

Fast jeder vierte Arbeitslose bezieht einem Zeitungsbericht zufolge trotz einer vorherigen versicherungspflichtigen Beschäftigung sofort Hartz IV. Besonders stark betroffen seien Künstler und andere Kreative mit nur kurzzeitigen Arbeitsverhältnissen, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen.

Demnach sind im vergangenen Jahr mehr als 580.000 Menschen sofort in die staatliche Grundsicherung abgerutscht, weil sie entweder die Zugangsvoraussetzung für Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung nicht erfüllten oder ihr Arbeitslosengeld so gering war, dass es mit Hartz IV aufgestockt werden musste. Das seien 23 Prozent aller 2016 arbeitslos gewordenen Menschen, hieß es.

Arbeitslosenversicherung verliert ihre Legitimation

Dem Bericht zufolge erhielten im vergangenen Jahr nur 239 kurzzeitig Beschäftigte wie Künstler und andere Kreative Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung, obwohl für sie eine Sonderregelung mit niedrigeren Zugangshürden gilt. Demnach müssen Künstler und Kreative nicht die erforderliche Vorbeschäftigungszeit von zwölf Monaten in zwei Jahren für den Bezug von Arbeitslosengeld I erreichen. Die Bundesregierung hatte die Ausnahmeregelung im vergangenen Jahr bis Ende Juli 2018 verlängert.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Brigitte Pothmer, kritisierte, Künstler und andere kurzfristig Beschäftigte müssten weiter damit rechnen, trotz ihrer Beitragszahlungen nur in Ausnahmefällen über das Arbeitslosengeld abgesichert zu sein. „So droht die Arbeitslosenversicherung, ihre Legitimation zu verlieren“, sagte sie.

Von RND/epd

Pendeln nervt und ist nicht gut fürs Lebenglück, sagen Studien. Doch die Zahl der Fahrer zwischen Wohnort und Job steigt und steigt. In manchen Großstädten stellen sie in den Büros schon die Mehrheit.

02.04.2017

Nach einem gerichtlichen Erfolg gegen Amazon will Verdi noch mehr Druck auf den US-amerikanischen Konzern machen, um bessere soziale Standards durchzusetzen.

02.04.2017

Leiharbeit ist weit verbreitet – aber relativ mäßig bezahlt. Deshalb ist ein neues Gesetz in Kraft getreten. Die Gewerkschaft Verdi fordert Nachbesserungen.

01.04.2017
Anzeige