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Politik Zwei gegen Vier – so waren die Moderatoren in Form
Nachrichten Politik Zwei gegen Vier – so waren die Moderatoren in Form
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08:18 04.09.2017
Claus Strunz (Sat.1), Sandra Maischberger (ARD), Maybrit Illner (ZDF) und Peter Klöppel (RTL). Quelle: imago stock&people
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Berlin

Es war als Duell zwischen den beiden Spitzenkandidaten der Bundestagswahl angekündigt. Doch zeitweise konnte man als Zuschauer den Eindruck gewinnen, dass am Sonntagabend nicht Kanzlerin Angela Merkel und ihr Herausforderer Martin Schulz gegeneinander angetreten sind, sondern die zwei Politiker gegen die vier Moderatoren. Ein Grund dafür war die ohnehin bestehende inhaltliche Nähe zwischen Merkel und Schulz. Diese aber wurde am Sonntagabend gesteigert, und das lag ausgerechnet an den Moderatoren der Sendung. Die Themensetzung und die konfrontativen Fragen von Maybrit Illner, Sandra Maischberger, Peter Klöppel und Claus Strunz haben die CDU-Vorsitzende und den SPD-Vorsitzenden näher zusammenrücken lassen. Denn konfrontativ waren ihre zahlreichen Fragen zu Flüchtlingen, zum Islam und zur Türkei vor allem deshalb, weil sie oft rechtspopulistische Positionen transportierten – mit denen sich weder Merkel noch Schulz gemein machen mochten.

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Wie schon nach dem „Duell vor dem Duell“ mit Spitzenleuten kleineren Parteien zu erwarten war, fiel vor allem Sat.1-Mann Claus Strunz am Sonntagabend mit steilen, migrationskritischen Thesen auf. Mehr noch: Strunz nahm für sich in Anspruch, Fragen zu stellen, die „alle interessieren“, etwa als es um die „offenen Grenzen“ für Geflüchtete vor zwei Jahren geht. Doch die Verschiebung des politischen Diskurses nach rechts schimmerte nicht nur durch Strunz’ Fragen hindurch, sondern auch durch jene von Maischberger und Illner nach dem Umgang mit, wahlweise, Gastarbeitern oder Gefährdern. Um Neutralität war allein RTL-Mann Peter Klöppel merklich bemüht. Anders als Illner und Maischberger füllte er seine Fragen, etwa jene zur Integration von Einwanderern, nicht mit besserwisserischen Eigentlichs auf, sondern formulierte sie offen.

Angesichts der Vielzahl wichtiger Themen war es überraschend, dass dem Komplex Migration, Integration, Islam und Türkei weit mehr als ein Drittel der Zeit eingeräumt wurde. Fragen zur Klimapolitik oder auch zu sozialer Gerechtigkeit haben die Moderatoren pflichtschuldig abgehandelt, wobei die fehlende Sensibilität Illners schon bemerkenswert war: „Das mit der sozialen Gerechtigkeit können wir schnell machen“, sagte sie, ehe sie ihre Frage einleitete.

Angesichts der inhaltlichen Frontstellung der Journalisten gegenüber den Kandidaten überraschte es nicht, dass Dissens zwischen Merkel und Schulz ausgerechnet in einer Frage aufbrach, die nicht die Fragesteller angestoßen hatten: in jener nach der Maut. Hier mussten sich Merkel und Schulz einmal nicht von polemischen Moderatoren abgrenzen, sondern konnten untereinander streiten.

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