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Politik Zeit der Zornigen
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11:17 09.11.2016
RND-Korrespondent Stefan Koch berichtet direkt aus Washington. Quelle: RND
Washington

Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten heißt Donald Trump. Um 8.31 Uhr mitteleuropäischer Zeit rief Hillary Clinton ihren Konkurrenten an und gratulierte ihm zum Wahlsieg. Da hatte sich das Entsetzen über den uneinholbaren Vorsprung des Republikaners schon auf der ganzen Welt verteilt. Auf den Finanzmärkten brach Panik aus, Prominente fluteten Social-Media-Kanäle mit bissigen Kommentaren über den neuen Präsidenten, und Politiker versuchten in zahllosen Interviews, mit dem Schrecken des Augenblicks halbwegs diplomatisch umzugehen.

Offenbar hatten zu viele auf die Meinungsumfragen im Vorfeld der Wahl vertraut, die fast sämtlich Clinton vorn sahen – und fast sämtlich danebenlagen. Die Strategen der Clinton-Wahlkampfmaschine waren sich so sicher, dass ihre Kandidatin allein schon durch die demografische Entwicklung ins Amt getragen wird. Doch was helfen schweigende Mehrheiten, wenn die Bürger am Wahltag daheim bleiben? Dank der stark wachsenden Gruppe der „Hispanics“ hätte Clinton in Staaten wie Florida und North Carolina eigentlich ein leichtes Spiel haben müssen.

Nun aber zeigt sich wie durchschlagsfähig eine politische Bewegung sein kann, die seit Monaten hoch motiviert ist und sich von den Eskapaden ihres „Front Runners“ nicht beeindrucken lässt. Offenbar hat es Trump in den vergangenen Monaten verstanden, richtige Fragen zu stellen und auf die wirtschaftliche Schieflage von früheren Industriearbeitern hinzuweisen. Es sind die Stimmen der Enttäuschten, vor allem aber der Zornigen, die Trump zum Sieg getragen haben. „Ich werde Präsident aller Amerikaner sein“, sagte Trump in seiner Siegesrede. Gewählt hat ihn knapp die Hälfte.

Von Stefan Koch

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