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Politik Wir bleiben in Afghanistan
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15:33 25.01.2018
Nach dem Überfall auf das Büro von Save the Children rücken afghanische Sicherheitskräfte am Quelle: AP
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Berlin


Am Mittwoch ist unser Büro in Kabul angegriffen worden, drei unserer Mitarbeiter starben. Wir sind in tiefer Trauer und verurteilen den Anschlag aufs Schärfste. Viele Details sind noch unklar. Eines nur ist mir sehr klar: Der Angriff erschüttert mich bis ins Mark – aber nicht in meiner Überzeugung, dass wir weiter in Afghanistan arbeiten müssen.

Denn wir arbeiten dafür, wofür Save the Children seit fast 100 Jahren arbeitet: das Wohl und die Rechte von Kindern – unparteiisch, über politische Konfliktlinien hinweg. In einem Flüchtlingscamp erzählte mir ein Mädchen, das aus Afghanistan geflohen war: „Ich will einfach nur ohne Todesgefahr leben und lernen.“ Was für eine Absurdität, dass so vielen Kindern so Grundlegendes verwehrt ist, dass auf ihren Rücken Konflikte ausgetragen werden.

Unsere Gründerin, die Britin Eglantyne Jebb, hat sich nach dem Ersten Weltkrieg auf den Trafalgar Square in London gestellt und Spenden gesammelt für Kinder, denen kaum jemand helfen wollte: hungernde Kinder in Deutschland. Damit machte sie sich nicht beliebt, aber sie tat es. Weil sie das Wohl der Kinder über das Parteiliche stellte.

Auch heute wird die unabhängige humanitäre Hilfe wieder in beunruhigendem Maße herausgefordert, da sie in immer komplexeren Konflikten agiert. Aber genau in solchen Zeiten ist sie wichtiger denn je. Daher werden wir auch unsere Arbeit in Afghanistan wieder aufnehmen – sobald es die Sicherheitslage zulässt. Denn das ist auch klar: Leben retten darf nicht Leben kosten.

Susanna Krüger ist Vorstandsvorsitzende von „Save the Children Deutschland“.

Von Susanna Krüger/RND

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