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Politik „Willst du nicht erst Kinder bekommen?“
Nachrichten Politik „Willst du nicht erst Kinder bekommen?“
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12:39 25.01.2018
Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos, fühlt sich oft von älteren Menschen und Kollegen nicht ernst genommen. Quelle: imago/photothek
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Berlin

Die Talkshow von Maybritt Illner zeigte es: Junge Politiker werden aufgrund ihres Alters häufig nicht ernst genommen. In der Sendung vom 18. Januar wurde in erster Linie mehr über den Jusos-Vorsitzenden Kühnert gesprochen als mit ihm. Die Gäste nannten den 28-Jährigen nicht beim Namen, sondern betitelten als „der junge Mann“. Die „Bild“ nennt ihn konsequent „den Kevin“ und die Jusos-Protestwelle wird milde lächelnd als „Zwergenaufstand“ abgetan.

Eine Diskriminierung, die nicht nur die Jusos, sondern auch andere junge Nachwuchs-Politiker zu spüren bekommen. Unter dem Hashtag #diesejungenleute, der aktuell durch die Netzgemeinde geht, finden sich zuhauf diskriminierende Erlebnisse dieser Art.

So wurde Ami Latzinger (21 Jahre), die der Grünen Jugend Bayern angehört, geraten, lieber erst einmal ein Kind zu bekommen, bevor sie in die Politik gehe. Moritz Körner (27 Jahre), Abgeordneter der FDP in Nordrhein-Westfalen, ist bei einer Ausschusssitzung absichtlich übersehen worden und Sarah Philipp (34 Jahre), seit 2012 gewählte SPD-Abgeordnete im Landtag von Nordrhein-Westfalen, wird immer noch gefragt, für welche Abgeordnete sie arbeite. Die Jungpolitiker berichteten auf dem Nachrichtenportal Twitter von ihren Erfahrungen.

Gerade Jusos-Chef Kühnert und seine Mitstreiter zeigen, dass junge Menschen und Jugendorganisationen einen eigenständigen politischen Anspruch hätten, sagte die Grüne-Jugend-Sprecherin Ricarda Lang in Berlin. „Wir sind nicht die, die sich um Jugendthemen kümmern und am Rand rumpöbeln“, sagte Lang. „Wir wollen mitreden, kämpfen und etwas verändern.“ Die verstärkte Aufmerksamkeit könne man sich nun zunutze machen, sagte die 28-jährige CDU-Politikerin Ronja Kemmer.

Von RND/fw

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