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Politik Wie viel Merkel steckt wirklich in AKK?
Nachrichten Politik Wie viel Merkel steckt wirklich in AKK?
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17:55 08.12.2018
Sind sie sich wirklich so ähnllich? Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem CDU-Parteitag. Quelle: Rainer Jensen/dpa
Hamburg

Ab jetzt müssen AKK als Partei-Vorsitzende und Angela Merkel als Kanzlerin zusammenarbeiten. Doch politisch liegen in manchen Bereichen Welten zwischen den beiden Frauen. Wo ist AKK tatsächlich eine „Mini-Merkel“, wo nicht?

Migration

AKK stellt den Zuzug von Migranten nicht grundsätzlich in Frage: „Wir brauchen Zuwanderung für unsere Wirtschaft“. Das unterscheidet sie beispielsweise von Friedrich Merz, der den Asyl-Artikel im Grundgesetz zur Diskussion gestellt hat – und eint sie mit Merkel.

Innere Sicherheit

Obwohl AKK eher migrationsfreundlich eingestellt ist, tritt sie beim Thema Innere Sicherheit als Knallhart-Politikerin auf: Als Innenministerin im Saarland ließ sie trotz bundesweiter Diskussionen massenhaft Flüchtlinge röntgen, um ihr genaues Alter festzustellen (etwa ein Drittel der vermeintlich Minderjährigen war es nicht).

Jüngst brachte sie eine Abschiebung von Flüchtlingen ins Bürgerkriegsland Syrien ins Spiel – was wohl weder Horst Seehofer noch Angela Merkel gewagt hätten.

Gesellschaftspolitik

Die westdeutsche Katholikin AKK hat sich aus Überzeugung immer wieder gegen die Homo-Ehe ausgesprochen – eine Ehe könne es ausschließlich zwischen Mann und Frau geben. Die ostdeutsche Protestantin Merkel hat dazu eine weit entspanntere Haltung.

Sie machte im Bundestag letztlich den Weg für die „Ehe für alle“ frei. Merkel ist aus Überzeugung gegen eine Frauenquote in Wirtschaft und Politik. AKK sagt über sich: „Ich war sehr früh und konsequent eine Verfechterin der Quote.“ Auch bei der Lockerung des Werbeverbots für Abtreibungen ticken beide völlig unterschiedlich: AKK ist strikt dagegen, Merkel soll intern Zustimmung signalisiert haben.

Führungsstil

Ein „Basta“ beispielsweise im Stil eines Gerhard Schröder kennt man von keiner der beiden Politikerinnen. Merkel hat in einem politischen Streit oft abgewartet, wohin die gesellschaftliche Mehrheit neigt – und sich dann an die Spitze der Bewegung gesetzt.

Und das auch unabhängig davon, was die CDU zu diesem Zeitpunkt für richtig hielt (z.B. Atomausstieg). AKK gilt Kennern als weniger abwartend und sehr viel entscheidungsfreudiger. Zudem wird sie als nahbarer und zugänglicher als Merkel beschrieben.

Populismus

Merkel gilt als die „Anti-Populismus-Politikerin“ in Person. Und wenn, dann kommt ihr Populismus eher verdeckt daher. AKK hat bewiesen, dass sie auch mit leicht durchschaubaren Manövern keine Probleme hat, solange sie nur Punkte bringen. So verhängte sie als Ministerpräsidentin beispielsweise ein Auftrittsverbot für türkische Politiker im Saarland – obwohl es gar keine entsprechende Anfrage gegeben hat.

Kleidungsstil

Merkel trägt fast ausschließlich farbige Blazer und Hosenanzüge. AKK scheint Wert darauf zu legen, gerade nicht wie Merkel auszusehen. Sie pflegt einen eher lockeren aber eleganten Modestil. Die neue CDU-Chefin wurde auch schon häufiger in Röcken gesichtet – wie am Freitag.

Von Christian Burmeister/RND

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