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Politik Wie twittert Trump im Reich der Mitte?
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17:21 07.11.2017
Ist gerade auf Asienreise: Donald Trump und seine Ehefrau Melania. Quelle: dpa
Washington

Wenn Donald Trump etwas zu sagen hat, ist Twitter sein Lieblingsinstrument. Auch während seiner Asienreise äußert Trump sich in 140 Zeichen zu jeder Art von Thema - vom Flugverlauf über eine Golfpartie bis zum Massaker in Texas und dem Machtkampf im saudischen Königshaus. Für solche Tweets hat ihm sein Stab Spezialgeräte beschafft. Offen ist allerdings, was passiert, wenn Amerikas Chef-Twitterer in China landet - hinter Pekings großer Brandmauer gegen den freien Internetzugang.

Das Weiße Haus will sich nicht zu den Möglichkeiten Trumps äußern, auch aus China in die Welt zu twittern. Über Vorkehrungen zum Schutz seiner Kommunikation in der streng überwachten Volksrepublik wollte es erst recht nichts sagen. Dabei geht es allerdings nicht nur um Abhörsicherheit - Berater des für seine Selbstdarstellungen bekannten Präsidenten wollen auch ein wenig die Spannung schüren.

Klar ist: Für Bürger der Volksrepublik ist Twitter in China gesperrt. Ausländer dagegen haben Zugang - sie können sich über Roamingdienste mit ihren Mobilfunkanbietern in der Heimat verbinden lassen. Ein US-Präsidenten hat es da allerdings nicht so leicht. Er braucht für seine besonders geschützten Tweets und sonstigen Kommunikationsverbindungen Satelliten, ausgefeilte Elektronik und Hunderte Mitarbeiter auf mehreren Kontinenten.

Wie schon sein Vorgänger Barack Obama verfügt Trump über ein abhörsicheres Mobiltelefon, mit dem er aber mehr twittert als telefoniert. Seine Sicherheitsleute und der Geheimdienst NSA haben in Trumps Handy einige Funktionen ausgeschaltet, um Hackerangriffe zu verhindern.

Mobilfunknetze in China sind von Diensten unterwandert

China ist in dieser Hinsicht allerdings eine besondere Herausforderung. Die Mobilfunknetze des kommunistisch regierten Landes gelten als vollständig vom Geheimdienst unterwandert. Experten halten es deshalb schon für ein Sicherheitsrisiko, das Handy auch nur anzuschalten.

Frühere Obama-Mitarbeiter können sich nicht erinnern, dass ihr Chef sein Mobiltelefon überhaupt nach China mitgenommen hat. Wie es Trump halten wird, lässt das Weiße Haus offen. Klar ist immerhin, dass Trump die mindestens zwei Dutzend Tweets während seiner Asienreise mit einem iPhone abgesetzt hat.

Die Chinesen wissen selbstverständlich, wie wichtig Twitter ihrem Staatsgast Trump ist. „Wir haben beim Empfang ausländischer Staatschefs alles berücksichtigt“, versichert Vizeaußenminister Zheng Zeguang Reportern. „Sie sollten daher keine Bedenken über die Möglichkeiten des Herrn Präsidenten haben, mit der Außenseite in Kontakt zu bleiben.“

Darauf hat China allerdings gar keinen Einfluss, wie aktuelle und frühere Regierungsbeamte versichern. Trumps Handy kann sich mit chinesischen Mobilfunknetzen nämlich gar nicht verbinden.

Das Weiße Haus erneuert seine Richtlinien und Regeln für Auslandsreisen ständig. Manchmal gibt es für eine Reise spezielle Geräte. Die Telefonnummern werden vor Abflug auf sie übertragen. Nach der Heimkehr werden die Handys zur Inspektion eingezogen, während die Nummern wieder auf die alten Geräte zurückwandern.

Geräte müssen außerhalb der Air Force One ausgeschaltet werden

Für Reisen nach China, Israel oder Kuba, die als besonders gefährlich für Spionageangriffe gelten, erhält der Präsidentenstab längliche Unterweisungen zur Cybersicherheit. Unter anderem werden die Mitarbeiter dringend ermahnt, ihre Geräte außerhalb der Präsidentenmaschine Air Force One gar nicht erst anzuschalten.

Unter Obama hätten sich diese Prozeduren ständig geändert, erinnert sich dessen Ex-Sprecher Josh Earnest. Die Angestellten seien schon mal aufgefordert worden, ihre Mobiltelefone am besten gleich im Flugzeug zu lassen. „Während wir im Land waren, wurden wir ermuntert, alles mitzunehmen, wenn wir einen Raum verließen, auch wenn dies nur für kurze Zeit war“, sagt Earnest. „Und wir sollten niemals das vom Hotel bereitgestellte WLAN benutzen.“ Es scheine einleuchtend, dass solche Bestimmungen auch für das Trump-Handy gelten.

Trotz allem: Trump darf weiter twittern

Die Regierungsbeamten unter Trump sind mit den neuesten Sicherheitsprozeduren vertraut und versichern: Der Präsident der Vereinigten Staaten kann auch aus China twittern.

Von dpa /RND

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