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Politik Wie ernst meint es Macron mit der Energiewende?
Nachrichten Politik Wie ernst meint es Macron mit der Energiewende?
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16:07 12.12.2017
Präsident Emmanuel Macron auf dem Umwelt-Gipfel „One Planet Summit“. Quelle: AP
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Paris

Der Umwelt-Gipfel fand exakt zwei Jahre nach der UN-Klimakonferenz COP21 in Paris statt, wo die Einigung auf eine Begrenzung der globalen Erderwärmung unter zwei Grad Celsius als Durchbruch gefeiert wurde. Zweifel kamen spätestens auf, als US-Präsident Trump ankündigte, sein Land ziehe sich von der Abmachung zurück. Als schlagkräftige Antwort kündigte Macron daraufhin dieses globale Treffen der Klimavorkämpfer an – und jener, die sich zumindest als solche darstellen wollen.

Zwar erscheint die Initiative lobenswert, öffentliche und private Akteure, Vertreter von Staaten und Städten, Unternehmen und Banken zusammenzubringen, um konkrete Finanzierungsmöglichkeiten der Klima-Ziele zu vereinbaren und eine Dynamik aufrecht zu erhalten. Doch der Verdacht des „Greenwashings“ – gemeint sind PR-Kampagnen, um in gutem, nämlich grünem Licht dazustehen – hält sich, wenn eine konsequente Umsetzung ausbleibt.

Ausbau der erneuerbaren Energien zu langsam

In der Diskrepanz zwischen den wohlklingenden Appellen und den tatsächlichen Aktionen und politischen Entscheidungen liegt genau das Problem. Wenn die Industriestaaten sich auf langfristige Ziele einigen, deren Einhaltung von vorneherein fraglich erscheint – was sind die triumphierenden Selbstverpflichtungen dann wert? So inszeniert sich der französische Präsident, dessen an Trump gerichtetes Schlagwort „Make our planet great again“ um die Welt ging, zwar als Klimaretter Nummer eins.

Doch der Ausbau der erneuerbaren Energien in seinem Land liegt immer noch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück; Umweltverbände kritisierten scharf Macrons Abrücken vom Ziel seines Vorgängers, bis 2025 den Anteil von Nuklearstrom von 75 auf 50 Prozent zu senken. Dabei wäre echter politischer Wille gerade dann gefragt, wenn die Regierenden es auch gegen starke Lobbys aufnehmen, nicht nur in Frankreich, sondern auch Deutschland – ansonsten bleibt es bei Opportunismus ohne Konsequenzen. Doch dafür ist das Klima-Problem zu dringlich.

Von Birgit Holzer / RND

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