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07:00 30.01.2018
Ins Abseits gepoltert; Donald Trump will den US-Kongress an diesem Dienstagabend auf die politischen Leitlinien für das neue Jahr einschwören. Quelle: AP
Washington

Es ist ein Trommelwirbel ganz nach dem Geschmack von Donald Trump. Sämtliche Nachrichtensender berichten lange vor dem eigentlichen Ereignis über seinen großen Auftritt am heutigen Dienstagabend im Kongress. Die Aufmerksamkeit der Welt ist ihm sicher. Mit der „State of the Union Address“, der Rede zur Lage der Nation, will der Präsident aber vor allem seine Landsleute und die Parlamentarier auf die Leitlinien für das neue Jahr einschwören. Er will. Doch der Versuch ist fast aussichtslos.

Der scheinbar mächtigste Mann der Welt, der sich selbst so gern vor allem als bester Verkäufer der Welt sieht, steuert auf eine Kommunikationskatastrophe zu. Mal wieder. Trump, das wird immer deutlicher, hat sich selbst ins Abseits gepoltert und geflunkert. Man glaubt ihm nicht, man traut ihm nicht. Ganz gleich, mit welcher Initiative der 71-Jährige an die Parlamentarier herantritt, ihm schlägt Skepsis entgegen. Sogar seine Parteifreunde kaufen ihm immer weniger ab. Auch dann, wenn sein Tun eigentlich vernünftig ist.

Das jüngste Beispiel: Die chinesische Führung, das weiß in der Wirtschaftswelt jeder, subventioniert eine Vielzahl von Exportprodukten, um höhere Marktanteile zu erzielen. Mit der Verhängung von Strafzöllen gilt die US-Regierung als diejenige, die als erste zuschlägt, und nicht als diejenige, die auf einen Missstand reagiert. Und Donald Trump persönlich ist der Mann, der einen gefährlichen Handelskrieg anzettelt.

Doch der Lautsprecher im Weißen Haus darf sich nicht beklagen: Wer sich darin gefällt, alberne Attacken gegen die Vernunft und gegen die Wissenschaft zu reiten, sollte sich nicht wundern, wenn er nicht mehr ernst genommen wird – selbst wenn er mal einen seriösen Gedanken äußert.

Von Stefan Koch

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