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Politik Washington hält den Atem an
Nachrichten Politik Washington hält den Atem an
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00:03 07.04.2017
In welche Richtung steuert US-Präsident Donald Trump die Supermacht USA? Quelle: AP
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Washington

Es sind nervöse Tage in Washington. Die außenpolitische Lage verdüstert sich, und einmal mehr fragen sich viele Amerikaner, in welche Richtung ihre Supermacht mit diesem Präsidenten steuert. Der Streit um den Moslem-Bann und die erneute Gesundheitsreform führte bereits zu turbulenten, geradezu chaotischen ersten Amtswochen. Aber die Frage, zu welchen Mitteln Donald Trump greift angesichts der Giftgas-Attacken in Syrien und des Atomwaffenprogramms in Nordkorea, lässt den Atem stocken.

Wenn Amerikas Führung davon spricht, dass sie mit ihrer Geduld am Ende sei (Pjöngjang) und sich die Verbrechen eindeutig zuordnen ließen (Damaskus), schrillen die Alarmglocken. Damit hat sich der Chef des Weißen Hauses schneller als erwartet an den Punkt manövriert, an dem bereits sein Vorgänger im Sommer 2013 stand: Damals hatte Barack Obama den syrischen Machthaber nachdrücklich gewarnt – und sich letztlich unter lautstarker Kritik wieder zurückgezogen.

Was verbirgt sich hinter der geballten Faust?

In dieser Woche spricht Trump davon, dass mit dem erneuten Giftgas-Angriff gleich mehrere Linien überschritten wurden. So berechtigt die Empörung über die Kriegsverbrechen auch sein mag: Mit seinem Gefühlsausbruch vor laufenden Kameras beraubt sich der mächtigste Mann der Welt seiner eigenen Handlungsspielräume. Jedermann weiß: Wer droht, muss auch zum Handeln bereit sein – sonst verliert er seine Glaubwürdigkeit.

Ähnlich verhält es sich mit der Krise in Südostasien, die sich rasant verschärft. Seinem chinesischen Kollegen begegnet der eigenwillige Präsident heute auf seinem Anwesen in Florida zum ersten Mal. Ohne dass es eine gemeinsame Gesprächsgrundlage gibt, lässt Trump seinen Gast bereits im Vorfeld wissen, dass die US-Regierung der atomaren Aufrüstung in Nordkorea nicht länger tatenlos zuschaut. Was aber verbirgt sich hinter der geballten Faust?

Im Geschäftsleben mag es manchmal hilfreich sein, noch vor den eigentlichen Verhandlungen drohend und polternd aufzutreten. Mit Xi Jinping trifft Trump allerdings auf ein diplomatisches Schwergewicht, das sich wohl kaum von einem Showmaster aus der Ruhe bringen lässt, der sein Handwerk beim Reality-TV gelernt hat.

Hoffnung macht in dieser unsicheren Zeit lediglich der jüngste Personalwechsel im Nationalen Sicherheitsrat: Dass der kriegslüsterne Spitzenberater Steve Bannon aus dem hochkarätigen Gremium gedrängt wurde, lässt sich als Signal deuten, dass Trump nach seinen ersten parlamentarischen Niederlagen wieder verstärkt auf gemäßigte Kräfte hört. Bleibt nur zu hoffen, dass der „Commander in Chief“ nicht der Idee verfällt, von seinem innenpolitischen Versagen abzulenken, indem er außenpolitische Abenteuer sucht

Von Stefan Koch/RND

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