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Nachrichten Politik Wahlkampfmanager feiern bereits Clintons Sieg
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10:04 21.09.2016
Für ihre Wahlkampfmanager steht Hillary Clinton bereits als Siegerin fest – den Wahlmännern sei Dank. Quelle: dpa
New York

Sinkende Umfragewerte, die erschreckende Bombenserie von New York, und dann auch noch ein Video von der kollabierenden Kandidatin am Rande der Gedenkveranstaltung zum 11. September. Zum Auftakt der heißen Phase des Wahlkampfes hat Hillary Clinton keinen guten Lauf. Dennoch herrscht unter ihren engsten Mitarbeitern alles andere als Nervosität: „Freunde, bleibt gelassen. Die Wahl ist für uns so gut wie gelaufen“, sagt der Clinton-Vertraute Robert Mook.

Der junge Mann muss es wissen: Als oberster Wahlkampfmanager der Demokratischen Partei, der im Bürohaus „One Pierrepont Plaza“ im New Yorker Stadtteil Brooklyn residiert, kennt er quasi sämtliche Erhebungen aus nahezu allen Teilen der Vereinigten Staaten bis ins Detail. Die großen strategischen Linien sind Mook ebenso vertraut wie der Wahlkampf von Haustür zu Haustür.

Clinton-Niederlage „höchst unwahrscheinlich“

Es stört ihn nicht, dass er in angestammten Politikkreisen manchmal als seltsamer Typ beschrieben wird. Gerade mal 36 Jahre alt und aus dem abgelegenen Vermont stammend, mag er weder das grelle Scheinwerferlicht der Pressekonferenzen noch die Mammutveranstaltungen mit Parteifreunden. Mook verlässt sich lieber auf Zahlen und Daten. Und als nüchterner Analyst hält er eine Niederlage seiner Kandidatin für höchst unwahrscheinlich. Warum? „Landesweite Umfragen sind irreführend. Entscheidend für den Sieg sind allein die Wahlmänner“, so Mook. Das heißt: Es geht allein darum, die Bundesstaaten zu gewinnen. Dabei spiele es keine Rolle, wie groß der Abstand zwischen den Kandidaten ist. Das Prinzip „The winner takes all“ (der Gewinner erhält alles) mag nicht minderheitenfreundlich sein, aber es trägt zu klaren Verhältnissen bei.

Nach übereinstimmenden Umfragen gilt Clintons Sieg in 16 „blue states“ - also Staaten, die traditionell für die Demokratische Partei stimmen - als sicher. Hinzu kommen Michigan, Minnesota, Pennsylvania, Virginia und Wisconsin, in denen ihre Chancen größer als 70 Prozent sind. Um auf die Mindestzahl von 270 Wahlmännern zu kommen, die ihre Wahl zur Chefin des Weißen Haus ermöglichen würden, müsste Clinton in den besonders umkämpften Staaten Florida, North Carolina, Ohio, Colorado, New Hampshire, Iowa und Nevada nur noch zehn Stimmen auf ihre Seite ziehen.

Pennsylvania kommt Schlüsselrolle zu

Wie die Washington Post errechnet, sieht es dagegen für Clintons Mitbewerber Donald Trump deutlich schwieriger aus. Konnten die Republikaner vor vier Jahren noch klar in Arizona, Georgia und North Carolina gewinnen, haben sich in den einstigen Hochburgen der Konservativen die Gewichte verschoben. Und selbst wenn der 70-Jährige die drei Staaten holen würde und zusätzlich noch in Florida, Ohio und Virginia die Nase vorn hätte, käme er dennoch nur auf 266 Wahlmänner und würde das Rennen knapp verlieren.

Eine Schlüsselrolle kommt nach Einschätzung der Beobachter Pennsylvania zu. Der Bundesstaat stellt immerhin 20 Wahlmänner und ist zwischen Demokraten und Republikanern schwer umkämpft. Trotz aller Höhen und Tiefen besitzt Clinton aber auch dort weiterhin einen komfortablen Vorsprung. Und zu allem Unglück für Trump wachsen selbst im Cowboystaat Texas die Zweifel an dem Kandidaten der Republikaner: Nach Erhebungen des Instituts Realclearpolitics liegt der New Yorker Geschäftsmann nur mit einem dünnen Vorsprung vorn. Und etwa jeder dritte Wähler hat sich noch immer nicht entschieden, an welcher Stelle auf dem Wahlschein er sein Kreuz setzen will. Da kommt es äußerst ungelegen, dass sich sogar der frühere republikanische Präsident George Walker Bush kürzlich im kleinen Kreis für die Wahl von Clinton ausgesprochen hat.

Von Stefan Koch

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