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Politik Vor G20-Gipfel: Radmuttern an Autos von Polizisten gelöst
Nachrichten Politik Vor G20-Gipfel: Radmuttern an Autos von Polizisten gelöst
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11:43 27.06.2017
Der G20-Gipfel wirft seine Schatten voraus. Quelle: dpa
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Hamburg

Es wird der größte Einsatz in der Geschichte der Hamburger Polizei: Rund 15.000 Polizeikräfte sollen den G20-Gipfel am 7. und 8. Juli in der Hansestadt schützen. Gleichzeitig werden Zehntausende Demonstranten erwartet. Rund 30 Demonstrationen - ebenfalls Rekord – sind rund um den Gipfel angemeldet.

Mit Zusammenstößen wird gerechnet, auch weil einige radikale Gipfel-Gegner erwartet werden, die mit der Polizei die Konfrontation suchen könnten.

Womöglich hat es damit indirekt schon begonnen: In den vergangenen Tagen haben Unbekannte laut Medienberichten offenbar gezielt mehrere Privatfahrzeuge von Polizisten manipuliert. Laut „Hamburger Morgenpost“ wurden Radmuttern gelöst, Nägel in die Pneus getrieben und Reifen zerstochen.

Polizei ermittelt in „alle Richtungen“

Die Tatorte waren laut Medienbericht Nebenstraßen von Polizeikommissariaten und dem Polizeipräsidium. Die Ermittler gehen daher davon aus, dass die Täter gezielt gegen Polizei-Beamte vorgegangen sind: Demnach haben sie den Polizisten aufgelauert und warteten, bis diese aus ihren Autos ausstiegen und zu ihren Dienststellen gingen.

Die Sorge bei der Polizei ist groß: Per Rundschreiben wurden Hamburgs Polizisten aufgefordert, ihre Privatautos auf mögliche Manipulationen zu untersuchen. Das berichtet die „Bild“-Zeitung.

Wer hinter der Attacke steckt, ist unklar. Konkrete Spuren gibt es offenbar nicht. Dennoch scheint die Polizei die Täter im Milieu der Gipfelgegner zu vermuten.

CDU-Politiker macht „Linksextremisten“ verantwortlich

Ein Polizeisprecher betont zwar, dass man „in alle Richtungen“ ermittele. Er sagt aber auch, dass ein Zusammenhang mit G20 „nicht ausgeschlossen“ werden kann. Die Polizei nimmt die Attacken auf jeden Fall ernst – das LKA Hamburg hat die Ermittlungen übernommen.

Ein Hamburger CDU-Politiker legt sich dagegen fest. Für Dennis Gladiator stecken „Linksextremisten“ hinter den Attacken, die er als „widerwärtig“ bezeichnet. Polizisten und deren Familien seien durch die Attacken „in Lebensgefahr“ gebracht worden, sagte Gladiator der „Bild“-Zeitung. Er kommt zu dem Schluss: „Wer Beamte nach Hause verfolgt, um Anschläge zu verüben, ist nichts anderes als ein Terrorist.“

Brennende Bundespolizei-Autos in Flensburg

Bereits am Sonntag hatte es in Schleswig-Holstein einen Angriff auf Autos der Bundespolizei gegeben. Zwei Einsatzfahrzeuge wurden in Flensburg von Unbekannten vorsätzlich in Brand gesetzt.

Auch hier ist unklar, ob es eine Verbindung zu den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg gibt. Im Vergleich zu den Radmutter-Attacken würde dies aber eher ins Profil passen: Bislang richteten sich Attacken von Militanten vorwiegend auf Dienstgebäude oder Polizeifahrzeuge, nicht aber auf privaten Besitz der Beamten.

Auch Attacken auf die Radmuttern von Autos sind nicht neu. In Hamburg gab es bereits mehrere Fälle – etwa im Dezember 2016: Damals manipulierten Unbekannte die Räder von mehreren Rettungswagen.

Von RND/zys/epd/dpa

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