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Politik Vizekandidat stellt Trump in den Schatten
Nachrichten Politik Vizekandidat stellt Trump in den Schatten
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07:07 05.10.2016
US-Vizepräsidentschaftskandidaten Tim Kaine (r.) und Mike Pence. Quelle: afp
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Washington

Größer hätte der Kontrast kaum ausfallen können. Ausgerechnet die beiden Kandidaten für das Amt des US-Vizepräsidenten erinnern die Amerikaner wieder an die Tragweite der Wahl am 8. November.

Vom Syrien-Krieg bis zu den Spannungen mit Russland und dem umstrittenen Iran-Abkommen, von den Steuersätzen für Kleinbetriebe bis zur Abtreibungsdebatte: Kaine und Pence zeigen sich gleichermaßen sattelfest in den aktuellen Themen. Ungewöhnlich ruhig im Ton und geradezu höflich miteinander streiten der Gouverneur aus Indiana und der Senator aus Virginia. Beide leisten sich zwar den Fehler, den russisch-georgischen Krieg in die Zeit von Barack Obama zu verlegen, obwohl er in der Ära von George W. Bush 2008 stattfand. Aber das ist ein Detail, das wohl dem schnellen Schlagabtausch geschuldet ist.

Pence gewinnt viele Sympathien

Nach Einschätzung der Washington Post hatte Pence den schwierigeren Part zu absolvieren, da der langjährige Politiker die teils widersprüchlichen Standpunkte von Trump zu verteidigen hat. Obwohl er unnachgiebig in der Sache bleibt, gewinnt Pence an diesem Abend viele Sympathien durch seine joviale Art.

Auch Kaine versucht seine Angriffe eher zurückhaltend vorzutragen, kann seinen Mitbewerber aber letztlich nicht bloßstellen. Seine schnell vorgetragenen Antworten und Attacken erscheinen zum Teil eher wie auswendig gelernt.

Überraschend ist vor allem die Debatte über Russland: Obwohl Trump mehrfach Wladimir Putin als einen großen Staatslenker bezeichnete, erklärt Pence: „Die Provokationen durch Moskau müssen mit amerikanischer Stärke beantwortet werden.“ Der 57-jährige Gouverneur bringt sogar die Möglichkeit eines direkten Eingreifens in Syrien ins Spiel, um eine humanitäre Katastrophe in Aleppo zu verhindern.

Mehrere Beobachter spekulieren nach der Debatte, ob sich an diesem Abend der republikanische Running Mate vielleicht für das nächste Präsidentschaftsrennen 2020 in Gespräch gebracht hat. Tatsächlich gelingt es dem stramm-konservativen Politiker, seine Partei nach all den Trumpschen Irrungen und Wirrungen wieder in ein seriöseres Licht zu setzen.

Kandidaten leider unter mangelndem Interesse

Doch Pence und Kaine leiden am Dienstagabend in Farmville im Bundesstaat Virginia vor allem unter dem mangelnden öffentlichen Interesse. Im Gegensatz zu den Debatten zwischen Clinton und Trump nehmen nur wenige Amerikaner von dem TV-Duell Notiz.

Ohnehin spielen die Vizepräsidenten in der US-Verfassung eine etwas seltsame Rolle: Im Gegensatz zum Chef des Weißen Hauses und zu den Abgeordneten und Senatoren werden sie nicht direkt gewählt. Die Präsidentschaftskandidaten bestimmen ihren „Running Mate“ in alleiniger Regie. Da es in der amerikanischen Geschichte aber bereits neun Vizepräsidenten gab, die die Amtsgeschäfte überraschend übernahmen mussten, hätten sie eine größere Aufmerksamkeit verdient.

Von RND/stefan Koch

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