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Nachrichten Politik Viele Mütter dulden Kindesmissbrauch in Familien
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10:41 14.06.2017
Wenn Mütter schweigen: Kinder, die Missbrauch erfahren haben, haben oft niemanden dem sie sich anvertrauen können. Quelle: dpa
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Berlin

Zum ersten Mal wird in Deutschland die Dimension sexuellen Kindesmissbrauchs in Familien sichtbar. Vor einer Unabhängigen Kommission schildern hunderte Betroffene im Rückblick Übergriffe in ihrer Kindheit. Johannes-Wilhem Rörig beschäftigt sich als Missbrauchsbeauftragter des Bundes seit Jahren mit diesem Tabu-Thema. In den vertraulichen Gesprächen berichteten Erwachsene, wie sie als Kinder oft keine oder erst spät Hilfe erfuhren. Denn Familienangehörige reagierten trotz ihres Wissens um die Übergriffe nicht. Insbesondere Mütter hätten Missbrauch als Mitwissende geduldet und ihn dadurch unterstützt, heißt es in der Studie. Täterinnen waren sie dagegen selten.

„Der Bericht gibt einen tiefen Einblick in das Versagen von Müttern“, sagt Johannes-Wilhelm Rörig. „Es gab Fälle, in denen Kinder ihre Mütter gefragt haben: „Weißt du überhaupt, was der Papa mit mir macht?“. Und die Mütter haben dann ihre Töchter als Hure oder Schlampe beschimpft.“ Die Sammlung der Einzelschicksale sei erschütternd, ergänzte er. Die Untersuchung zeige aber auch, wie wenig Mütter sich bei finanziellen und emotionalen Abhängigkeiten vom Partner zu helfen wüssten.

Für den Bericht hat die Kommission bisher rund 200 Erwachsene mit Missbrauchserfahrungen angehört. 170 schickten schriftliche Berichte. Insgesamt haben sich bislang rund 1000 Betroffene bei der Kommission gemeldet, die Mehrheit wartet auf die Anhörung.

Von dpa/RND

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