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01:44 12.02.2017
Einer der vier Gegenkandidaten von Frank-Walter Steinmeier: Engelbert Sonneborn (r.) mit Sohn Martin. Quelle: imago
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Berlin

Martin Sonneborn ist für seine schrägen Aktionen bekannt. Vor einigen Jahren versuchte der Satiriker zum Beispiel, die Fifa zu bestechen. Mit seiner Spaß-Vereinigung „Die Partei“ verkaufte er auch schon 100-Euro-Scheine für 80 Euro, um die Parteienfinanzierung auszutricksen. Sein neuer Geistesblitz: Er hat seinen Vater Engelbert Sonneborn als nächsten Bundespräsidenten vorgeschlagen.

„Er ist ein Mann von Manieren und großer Höflichkeit“, sagte Sonneborn (51) über seinen Vater. Engelbert Sonneborn sei mit 79 Jahren im besten Alter für das hohe Amt. „Er pflegt ein konservatives Weltbild, was in der heutigen Zeit nicht verkehrt ist. Er würde mit Kanzlerin Angela Merkel ganz gut harmonieren.“ Und ja: „Mein Vater hat einen dunklen Anzug.“

„Alles über drei Stimmen wäre ein deutlicher Erfolg“

Ein netter Ulk Martin Sonneborns, den viele Deutsche eher aus der „Heute-Show“ als aus dem EU-Parlament kennen? Ja und nein. Denn der 51-Jährige ist am Sonntag Mitglied der Bundesversammlung, die das neue Staatsoberhaupt wählt. Entsandt wurde er von den Piraten im nordrhein-westfälischen Landtag – und überzeugte diese, seinen Vater gemeinsam offiziell als Bundespräsidenten-Kandidaten zu nominieren.

Engelbert Sonneborn ist nun einer von fünf Bewerbern für das höchste Staatsamt, über die die 1260 Mitglieder der Bundesversammlung am Sonntag abstimmen. Großer Favorit ist Ex-Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Der Kandidat von SPD und Union wird auch von Grünen und FDP unterstützt. „Ich finde, alles über drei Stimmen wäre ein deutlicher Erfolg, den wir auch entsprechend feiern würden“, sagte Sonneborn über die Aussichten seines Vaters am Sonntag, wie Deutschlandradio Kultur berichtet.

Sonneborn Senior war übrigens bei seiner Vorstellung in Berlin anwesend, sagte aber nichts. „Er wird erst im Amt große Reden schwingen“, erläuterte sein Sohn Martin. “Der spricht erst, wenn er bezahlt wird dafür, also wenn er im Amt installiert ist.“ Später sagte Sonneborn Senior doch noch etwas: Als er von der Zeitung „Die Welt“ danach gefragt wurden, was ihn gegenüber Steinmeier auszeichne, antwortete der 79-Jährige: „Durch mein Alter werde ich dem Staat natürlich nicht so lange auf der Tasche liegen wie Steinmeier.“

Neben Frank-Walter Steinmeier und Sonneborn treten drei weitere Kandidaten an; Die Linke hat den Armutsforscher Christoph Butterwegge (66) nominiert. Für die AfD kandidiert der Vize-Bundesvorsitzende der Partei, Albrecht Glaser (75), und für die Freien Wähler der Richter Alexander Hold (54). Es gilt als sicher, dass die Bundesversammlung den 61-jährigen Steinmeier zum neuen Staatsoberhaupt wählen wird. Der SPD-Politiker, der bis vor kurzem Außenminister war, tritt als gemeinsamer Kandidat der großen Koalition an. Amtsinhaber Joachim Gauck kandidiert aus Altersgründen nicht für eine zweite Amtszeit. Die Amtsübergabe ist am 18. März.

Von dpa/RND/wer

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