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Politik Unicef: Ärmere Kinder haben es an deutschen Schulen schwerer
Nachrichten Politik Unicef: Ärmere Kinder haben es an deutschen Schulen schwerer
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10:51 30.10.2018
Kopfzerbrechen im Unterricht – Kinder aus ärmeren Haushalten schneiden der jüngsten Unicef-Studie zufolge im Durchschnitt schlechter ab. Quelle: dpa-Zentralbild
New York

Deutschland steht bei der Bildungsgerechtigkeit im Vergleich zu anderen Industrieländern nur im Mittelfeld. Das ergab eine Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef, für die das Unicef-Forschungszentrum Innocenti in Florenz 41 Industrieländer verglichen hat. Das teilte das Kinderhilfswerk am Dienstag mit.

Die geringste Bildungsungleichheit gibt es demnach in Lettland. Bulgarien und Malta stehen am Ende der Rangliste. Deutschland belege Platz 23 und liege damit im unteren Mittelfeld, hieß es. Das bedeute, dass auch Kinder in reichen Ländern nicht automatisch gleiche Chancen auf gute Bildung hätten.

Ungleich verteilte Chancen an Grundschulen

Für die Studie untersuchten Experten die frühkindliche Förderung sowie die Grundschulen und weiterführende Schulen vor allem in Hinblick darauf, wie sehr beispielsweise der Beruf der Eltern, ein Migrationshintergrund, das Geschlecht oder die Schulformen die Bildungsgerechtigkeit beeinflussen. Die Experten werteten vor allem Daten der Europäischen Union und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus.

Bei der frühkindlichen Förderung sieht die Studie Litauen, Island und Frankreich vorn, die Türkei, die USA und Rumänien ganz hinten und Deutschland im Mittelfeld. Bei Grundschulen gibt es demzufolge in den Niederlanden, Lettland und Finnland die größte Chancengleichheit, in Malta, Israel und Neuseeland die geringste. Deutschland liegt im unteren Drittel. Bei 15-Jährigen liegen Lettland, Irland und Spanien vorne, Malta, Bulgarien und Israel hinten. Deutschland liegt im Mittelfeld.

Herkunft entscheidet über Bildungserfolg

Das Elternhaus erwies sich dabei in allen Ländern als wichtiger Faktor: In 16 der untersuchten europäischen Länder gehen Kinder aus den ärmsten Familien seltener in Kitas als Kinder aus wohlhabenderen Familien.

Jeder vierte Jugendliche aus einer bildungsnahen Familie in Deutschland könne sich demnach vorstellen, eine weiterführende Schule zu besuchen, bei den bildungsferneren Elternhäusern ist es nur jeder siebte - und das bei gleichem Leistungsniveau. Um mehr Bildungsgleichheit zu gewähren, forderte Unicef unter anderem die frühkindliche Förderung für jedes Kind zu gewährleisten.

Von RND/dpa