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Politik US-Abgeordneter nach Schüssen in kritischem Zustand
Nachrichten Politik US-Abgeordneter nach Schüssen in kritischem Zustand
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09:13 15.06.2017
Tatort Baseballplatz: FBI-Ermittler ermitteln auf dem Eugene Simpson Spielfeld in Alexandrias Vorort Del Ray (Bundesstaat Virginia). Quelle: AP
Alexandria

US-Präsident Donald Trump hat das Krankenhaus besucht, in dem der während eines Baseballtrainings angeschossene US-Abgeordnete Steve Scalise behandelt wird. Trump und First Lady Melania brachten am Mittwoch (Ortszeit) zwei Blumensträuße in die Klinik in Washington und sprachen mit der Familie des Abgeordneten.

Scalise war am Mittwochmorgen angeschossen und schwer verletzt worden. Nach Angaben des Krankenhauses MedStar Washington befand er sich nach einer Operation in kritischem Zustand. Der republikanische Abgeordnete werde sich noch weiteren Operationen unterziehen müssen, erklärte das Krankenhaus. Scalise sei in die linke Hüfte getroffen worden. Die Kugel habe innere Organe und Knochen verletzt und zu einer starken Blutung geführt.

Schütze war Fan von Bernie Sanders

Trump sei von den Ärzten über den Zustand des Patienten informiert worden, teilte der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, mit.

US-Präsident Trump mit Ehefrau Melania kommen aus dem Krankenhaus. Quelle: AP

Der Präsident und die First Lady verbrachten eine halbe Stunde in der Klinik und kamen mit Scalises Familienangehörigen zusammen. Der Besuch der Trumps in der Notaufnahme sei sehr emotional gewesen, so Spicer.

Scalise und mehrere weitere Personen wurden verletzt, als ein Mann auf eine Gruppe republikanischer Abgeordneter schoss, die in der Nähe von Washington auf einem Baseballfeld trainierten. Die Abgeordneten hatten für das jährlich stattfindende Spiel des Kongresses trainiert, das für Donnerstagabend geplant ist.

In kritischem Zustand: Der angeschossene US-Republikaner Steve Scalise. Quelle: AP/Archiv

Scalise ist „Majority whip“ im Abgeordnetenhaus, das ist eine Art Fraktionsgeschäftsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus. Scalise ist damit die Nummer drei der republikanischen Mehrheitsfraktion. Wegen seiner hohen Position wurde er neben Leibwächtern auch von der Capitol Police zu dem Sportplatz begleitet. Möglicherweise rettete das ihm und weiteren Anwesenden auf dem Trainingsplatz das Leben.

Der Angreifer wurde angeschossen und erlag später seinen Verletzungen. Das Krankenhaus teilte mit, ein anderes Opfer der Schüsse sei in gutem Zustand. Vizepräsident Mike Pence sprach nach dem Vorfall mit zwei Verletzten der Polizei des Kapitols, wie sein Büro mitteilte.

Mitglied der Gruppe namens „Löst die Republikanische Partei auf“

Der mutmaßliche Schütze war möglicherweise getrieben von seiner Verachtung für die Republikaner. Bei Facebook war er Mitglied einer Gruppe namens „Löst die Republikanische Partei auf“ und Fan des ehemaligen demokratischen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders.

In dessen Wahlkampfteam soll er aktiv gewesen sein. Sanders erklärte, er sei „angewidert von dieser verabscheuungswürdigen Tat“, die von einem Mann verübt worden sei, der sich offenbar in seiner Kampagne engagiert habe.

Der Schütze aus dem US-Staat Illinois schrieb in den Jahren 2010 bis 2012 mehrfach Leserbriefe an die Zeitung „Belleville News-Democrat“. Dabei kritisierte er immer wieder die starken Einkommensunterschiede in den Vereinigten Staaten. Wegen kleinerer Vergehen wurde er mehrfach festgenommen.

Der Vorfall ereignete sich auf einem Baseballfeld in Alexandria im US-Staat Virginia, wo sich Politiker und Mitarbeiter für ein Training zusammengefunden hatten.

Post: Schusswaffen-Vorkommnisse beinahe jeden Tag in den USA

Die Mannschaft der Republikaner sei jeden Morgen um 06.30 Uhr in Alexandria, teilte der Abgeordnete Roger Williams mit, der das Team trainiert. Gegen 07.00 Uhr sei der Schütze beim Training aufgetaucht und habe das Feuer eröffnet.

Der Zwischenfall geschieht in den USA vor dem Hintergrund eines politischen Klimas, das seit dem Wahlkampf 2016 und dem Amtsantritt Trumps bereits äußerst angespannt ist. Die Gräben zwischen politischen Gegnern und Parteien sind tief wie selten.

Es war nach einer Zählung der „Washington Post“ bereits das 154. Vorkommnis am 169. Tag des Jahres, bei dem mindestens vier Menschen durch Schusswaffen verletzt wurden.

Von dpa/ap/RND/zys