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Nachrichten Politik Türkische Gemeinde will keinen Erdogan-Auftritt
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12:00 29.06.2017
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Bundesregierung um Erlaubnis für einen Auftritt vor seinen Anhängern am Rande des G20-Gipfels gebeten. Quelle: dpa
Berlin

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) will nicht, dass der geplante Auftritt des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan für den Bundestagswahlkampf ausgeschlachtet wird. „Ich wünsche mir eine klare Haltung, dass man eine solche Großveranstaltung hier in Deutschland nicht zulässt“, sagte der TGD-Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Schließlich habe Erdogan das Verhältnis zu Deutschland durch Nazi-Vergleiche und das Besuchsverbot für den Stützpunkt Incirlik massiv belastet. „Er muss auch spüren, dass er sich nicht alles erlauben kann“, sagte der Vorsitzende des Dachverbandes.

„Genug innerdeutsche Probleme“

Die Positionierung gegen diesen Auftritt dürfe aber nicht in einem Überbietungswettbewerb der Parteien in Sachen Erdogan -Kritik münden, warnte Sofuoglu. Er betonte: „Ich möchte den deutschen Politikern dringend davon abraten, das zum Wahlkampfthema zu machen. Es gibt schließlich genug innerdeutsche Probleme, die gelöst werden müssen“. Gleichzeitig gelte es, mit der Regierung in Ankara im Gespräch zu bleiben.

Erdogan hat offiziell einen Auftritt vor Anhängern in Deutschland am Rande des G20-Gipfels beantragt. Das hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Rande eines Russlands-Besuchs bestätigt. Dem Vernehmen nach gibt es aber noch keinen konkreten Veranstaltungsort.

Nicht zum ersten Mal Grund für Streit

In den Niederlanden hatte die Verhinderung von Wahlkampfauftritten türkischer Minister im März Einfluss auf den Ausgang der Parlamentswahlen gehabt.

Ebenfalls im Frühjahr waren mehrere Vertreter der türkischen Regierungspartei AKP in Deutschland aufgetreten, um für die Zustimmung der hier lebenden wahlberechtigten Türken zu Erdogans Verfassungsreferendum zu werben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Gabriel sprachen sich damals gegen ein generelles Auftrittsverbot aus.

Von dpa/RND

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