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Politik Trumps Klima-Entscheidung lässt auf sich warten
Nachrichten Politik Trumps Klima-Entscheidung lässt auf sich warten
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19:34 31.05.2017
Will wohl aus dem Klimaabkommen aussteigen: Donald Trump.  Quelle: AP
Washington

Zuvor hatte das Online-Portal Axios unter Bezug auf zwei unabhängige Quellen gemeldet, der Präsident habe seine Entscheidung getroffen, die er beim G7-Gipfel für Mitte dieser Woche angekündigt hatte.

Details für einen Rückzug der USA sollten in einem kleinen Team unter Führung des Chefs der Amerikanischen Umweltschutz-Agentur (EPA), Scott Pruitt, ausgearbeitet werden.

Die wichtigsten Punkte des Pariser Klimaabkommens

Ende 2015 einigte sich die Weltgemeinschaft in Paris auf einen umfassenden Klimapakt, der die globale Erwärmung begrenzen soll. Hier die wichtigsten Punkte des Vertrages:

LANGFRISTIGES ZIEL:

Ziel des Abkommens ist es, die globale Erwärmung „deutlich unter“ zwei Grad Celsius und möglichst bei nur 1,5 Grad zu halten - gemessen an der vorindustriellen Zeit. Dafür muss zunächst der Ausstoß an Treibhausgasen verringert werden. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts sollen Menschen nur noch so viel Klimagase verursachen, wie Wälder, Böden und Ozeane auf natürliche Weise aufnehmen können.

EMISSIONSZIELE:

Jedes Land soll eigene Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase setzen. Alle fünf Jahre müssen sie ihre Fortschritte melden und gegebenenfalls nachsteuern. Die erste Runde soll 2020 beginnen. Zunächst müssen nur Industriestaaten ihre Schadstoffe in absoluten Zahlen zurückschrauben. Entwicklungs- und Schwellenländer werden dazu ermutigt, es ihnen gleichzutun.

ÜBERPRÜFUNG DER ZIELE:

Es gibt keine Strafe, wenn die Ziele verfehlt werden. Das Abkommen setzt auf Transparenz: Alle müssen ihre Daten melden, so dass alle anderen sehen, wer abweicht. Allerdings ist „Flexibilität“ für Länder vorgesehen, die sich schwertun. Darauf hatte vor allem China bestanden.

GELD:

In dem Pakt sagen reiche Länder ärmeren Staaten weitere Finanzhilfen zu, damit diese ihre Emissionen reduzieren und sich an den Klimawandel anpassen können. Er ermutigt ferner andere Länder, sich freiwillig diesen Hilfen anzuschließen. Gemeint sind wiederum Schwellenländer wie China, die helfen können, aber nicht müssen. Der Text nennt keine Summen. Doch die Industrieländer hatten schon in der Vergangenheit zugesagt, jährlich 100 Milliarden Dollar (etwa 91 Milliarden Euro) ab 2020 bereitzustellen.

VERLUSTE UND SCHÄDEN:

Als Tribut an die kleinen Inselnationen, die bereits jetzt von den steigenden Meeresspiegeln betroffen sind, gibt es im Pariser Abkommen einen Abschnitt zu „Verlusten und Schäden“ in Folge klimabedingter Katastrophen. Die USA hatten sich lange gegen einen solchen Passus gewehrt, weil sie Schadenersatzklagen befürchteten. Das Thema wurde mit einer Fußnote aufgenommen, so dass damit keine Haftung oder Schadenersatz verbunden sind.

START UND KÜNDIGUNG:

Das Abkommen trat im Oktober 2016 in Kraft, nachdem es mehr als 55 Länder ratifiziert hatten, die für mehr als 55 Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich sind. Vertragsstaaten können nachträglich aussteigen - allerdings nicht in den ersten drei Jahren nach dem Inkrafttreten. Dann beginnt zunächst eine einjährige Kündigungsfrist.

Von RND/ap

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