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Politik Trump zieht sich zurück
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19:56 13.10.2016
Zieht sich aus dem ersten Bundesstaat zurück: US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Quelle: afp
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Washington

Ausgerechnet Virginia. Die einstige Hochburg der Konservativen wird vom Spitzenkandidaten der Republikaner aufgegeben. Vier Wochen vor der Präsidentschaftswahl lässt Donald Trump sein Engagement in dem einst so umkämpften Bundesstaat herunterfahren, um sich auf andere Schauplätze zu konzentrieren.

Für eingefleischte Anhänger der „Grand Old Party“ kommt diese Entscheidung einer schweren Niederlage gleich, die ihnen zudem völlig unverständlich erscheint: Wer sich aus dem Speckgürtel der US-Hauptstadt in Richtung Westen oder Süden herausbewegt und durch Virginia fährt, sieht zumeist Werbeschilder für Trump am Straßenrand stehen. Vor allem in den ländlichen Gebieten sind Unterstützer von Hillary Clinton nur mit Mühe zu finden.

Republikaner zeigen sich tief enttäuscht

Corey Stewart, früherer Wahlkampfmanager der Republikaner in Virginia, ist zutiefst enttäuscht. Vergeblich will er die Entscheidung seines „Front Runners“ rückgängig machen und schreibt auf Facebook: „Zieht euch nicht aus Virginia zurück. Unsere Freiwilligen haben Millionen Stunden damit zugebracht, von Tür zu Tür zu ziehen, Telefonanrufe zu starten und Spenden zu sammeln. Wir können Virginia gewinnen.“

Doch an dem Rückzug ist wohl nicht mehr zu rütteln. Wie der TV-Sender NBC berichtet, ist die neue Strategie auf einer Telefonkonferenz in der Nacht zum Donnerstag gefallen. Demnach will Trump in den verbleibenden Tagen vor allem in Pennsylvania, Florida, North Carolina und Ohio auftreten.

Clinton führt mit großem Abstand an der Küste

Damit ergibt sich zurzeit folgendes Bild: Clinton führt mit großem Abstand an den Küsten, während Trump seine Hochburgen im Süden der USA und im mittleren Westen verteidigt. Allerdings hat sich die Zahl der sogenannten Swing States mit knappen Mehrheitsverhältnissen erhöht - zu ihnen zählen Colorado, Florida, Indiana, Montana, Missouri, Nevada, New Mexico, North Carolina, North Dakota, Ohio, Pennsylvania und eben Virginia. Laut jüngster Umfragen liegen die Demokraten in diesen „Battlegrounds“ allerdings ebenfalls vorn – wenn auch knapp.

Muss sein Programm aufpolieren: Donald Trump. Quelle: dpa

Trumps Rückzug aus Virginia kommt für politische Beobachter nicht allzu überraschend, da sich Clinton für Tim Kaine als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten entschieden hatte: Ihr „Running Mate“ war von 2006 bis 2010 Gouverneur von Virginia und vertritt den Bundesstaat seit 2013 im US-Senat. Auch Kaines Schwiegervater Linwood Holton war bereits Gouverneur seiner Heimat.

Michelle und Barack Obama betreiben Wahlkampf

Um die 13 Wahlmänner aus Virginia für sich zu gewinnen, hatte sich Clinton zudem um zwei ganz spezielle Wahlkampfhelfer bemüht: Michelle und Barack Obama. Die First Lady und der Amtsinhaber sind seit dem Ende der Sommerpause regelmäßig in nahegelegenen Virginia unterwegs, um für die Spitzenkandidatin der Demokraten zu trommeln. Sie sollen insbesondere um junge Leute und um Afroamerikaner werben, da in diesen beiden Wählergruppen die Zustimmung bisher zu wünschen übrig lässt.

Ohnehin wächst Clinton in der Wählergunst - neuerdings sogar in konservativen Kreisen. Wie jüngste Erhebungen zeigen, wirkt sich das Skandalvideo verheerend aus, in dem Trump vor elf Jahren mit sexuellen Übergriffen auf Frauen prahlte. Dass sich nun auch noch mehrere Frauen bei der „New York Times“ meldeten, die Trump vorwerfen, von ihm vor langer Zeit sexuell belästigt worden zu sein, verstärkt den Abwärtstrend des Republikaners.

Von Stefan Koch

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